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Das Superlab bringt Chemie mit Praxisbezug an Schulen "Guck mal, es blubbert!"
Das Superlab bringt Chemie mit Praxisbezug an Schulen

Südkurier vom 09.02.2006

Achtung, guck jetzt mal hin!", ruft Tomasz Robak, nachdem er verschiedene Pulver und Wasser im Kolben gemischt hat. "Jetzt schäumt's nämlich gleich." Der 14-Jährige hat zusammen mit seinem Mitschüler Florian Johne gerade den Sauerstoffgehalt von verschiedenen Waschmitteln untersucht. "Der Sauerstoff bewirkt, dass der Dreck aus der Wäsche verschwindet", erklärt er.

Schüler der achten und neunten Klassen des Konstanzer Humboldt-Gymnasiums experimentierten am Mittwoch im Rahmen des Projektes "Superlab", einer Initiative des Institutes Dr. Flad aus Stuttgart.

Der Schwerpunkt des Institutes liegt in der Ausbildung zu Chemisch-, Umwelt- und Pharmazeutisch-Technischen Assistenten, doch darüber hinaus hat das Institut auch das "Superlab" ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um Experimente mit Supermarktprodukten, die einerseits auf natürliche Inhaltsstoffe wie Koffein oder Fettsäuren, andererseits auf Zusatzstoffe künstlicher Art, zum Beispiel Enthärter oder Farbstoffe, untersucht werden. "Die Schüler sollen dabei ein Basiswissen in der Chemie erlangen, das sich an Alltagsprodukten orientiert", erklärt Annegret Pfeiffer vom Institut. Ein bis zwei Mal die Woche ist sie an baden-württembergischen Schulen unterwegs.

"Klar werden soll: Bei Chemie geht es nicht nur um Pülverchen, sondern auch ein Apfel lässt sich in chemische Bestandteile zerlegen." Zudem werde durch das Projekt das Bewusstsein für Zutatenlisten gefördert - ob in der Backmischung, dem Shampoo oder in den Kartoffelknödeln. Ulrich Bee, der als Chemielehrer am Humboldt-Gymnasium an diesem Tag das Projekt betreut, gefällt das "Superlab". "Es ist schön, dass die Schüler im Zusammenhang mit Chemie etwas praktisch erarbeiten können. Das geht allerdings nur in kleinen Gruppen", bedauert er. Für den Projekttag mussten Schüler aus der Mittelstufe gelost werden, damit alle teilnehmen konnten. "Aber sie arbeiten alle gut und vor allem konzentriert", freut sich Bee.

Johanna Schacht und Marla Brunner haben gerade Seife, Süßgetränke und Obst auf ihren pH-Wert untersucht. "Chemie ist viel interessanter dadurch, dass man sich das alles selbst erarbeitet", findet Marla, und Johanna plädiert für Doppelstunden Chemie: "Dann hätte man länger durchgehend Zeit für solche Dinge." Spaß macht's auf jeden Fall, finden beide. "Und es bleibt mehr hängen", fügt Marla hinzu.

 

Weitere Informationen: "SuperLab - Chemie zum Anfassen" »