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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
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Plötzlich sieht man das Koffein im Kaffee
"Superlab" machte Station am Auguste-Pattberg-Gymnasium - "Das ist besser als Unterricht und macht viel Spaß"

Rhein-Neckar-Zeitung vom 22.09.2007

Plötzlich sieht man das Koffein im Kaffee Von Peter Lahr

Neckarelz. "Ich sehe durch die Brille gar nichts", beschwert sich eine Schülerin und wendet sich stoisch ihrem Versuchsprotokoll zu. Am Tisch gegenüber ist alles so schön bunt. Dort untersucht Raphael Meyer saure und basische Produkte. "Die Gummibärchen leben noch", scherzt der Elftklässler und notiert, dass sich die Lösung im Reagenzglas knallrosa verfärbt hat. Im Zweier-Team behandeln die Schüler Seife, Feinwaschmittel und "Pfirsichringe" mit Rotkohlsaft.

Der Indikator bewirkt, dass sich die Flüssigkeit mal türkis, mal dunkelgrün oder magenta verfärbt. "Es ist schön, Versuche zu machen und zu sehen, wie sich etwas entwickelt", betont Raphael Meyer. Sein Nebenmann ergänzt: "Das ist besser als Unterricht und macht viel Spaß."

Seit sechs Jahren ist das "Superlab" vom Stuttgarter Institut Dr. Flad bereits auf Tour. Pro Woche werden zwei Schulen angesteuert. Vergangene Woche machte das "Superlab" im Auguste-Pattberg-Gymnasium in Neckarelz Station. "Es geht um natürliche Inhaltsstoffe und künstliche Zusatzstoffe von Supermarkt-Produkten", erläutert Annegret Pfeiffer den Parcours, der aus neun verschiedenen Versuchsstationen besteht.

Ihr Engagement begründet die Lebensmittelchemikerin mit zwei Motivationssträngen. "Wir wollen bei den Schülern., ein Bewusstsein dafür entwickeln, aus was unsere Lebensmittel bestehen und was man essen sollte." Darüber hinaus wolle das Institut Flad mit seinem kostenlosen Angebot den Chemieunterricht an den Schulen fördern. Letzteres geschieht nicht ganz uneigennützig. "Wir freuen uns, wenn ein Schüler bei uns hängen bleibt", gibt Annegret Pfeiffer zu.

Beim Institut Dr. Flad handelt es sich um ein privates Berufskolleg. Über 340 Schüler durchlaufen dort derzeit eine Ausbildung zum Chemisch-technischen-, Pharmazeutisch-technischen oder Umwelttechnischen Assistenten. Und wer kommt am APG in den Genuss des "Superlabs"? "Giftig" steht zwar mit einem entsprechenden Warnsymbol auf dem T-Shirt von Sandra Schader. Doch die Warnung scheint nicht ernst gemeint. Ganz freundlich gibt die Chemie- und Mathematik-Lehrerin Auskunft. Es handele sich um Elftklässler der "NwT-Gruppe". Als Pendant zur dritten Fremdsprache werden hier Schüler in einer Mischung aus den verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen unterrichtet. Bereits im dritten Jahr sei das APG "Versuchsschule" für das neu entstehende Schulfach.

Da lockt bereits der vertraute Duft von frischem Kaffee an die "Koffein-Station". Statt eines Kaffeeautomaten stehen dort allerdings nur vier Glasgefäße auf einer Kochplatte, befällt mit Proben des beliebten Lebenselixiers.

Beim genauen Hinschauen entdeckt der Betrachter in einer Kaffeepulver-Probe weiße Nadeln. Was hat das zu bedeuten? Sind die Schüler einem neuen Lebensmittel-Skandal auf der Spur? Glücklicherweise nicht, beruhigt Annegret Pfeiffer: "Wir erhitzen das Kaffeepulver vorsichtig. Bei 178 Grad sublimiert das Koffein. Das bedeutet, es geht vom festen Zustand direkt in einen gasförmigen Zustand über - ohne dass es flüssig wird. Das gasförmige Koffein resublimiert am Glasrand zu reinem Koffein und besteht dann aus feinen Nadeln". Nicht nur die Lebensmittelchemikerin freut sich immer wieder über diesen "einfachen, aber beeindruckenden Nachweis".

Bei Caro-Kaffee und entkoffeiniertem passiert natürlich nichts von alledem. Begeistert von derlei "Chemie zum Anfassen" zeigt sich die Schülerin Susanne Müller. Ihr Kaufverhalten wird sie künftig aber kaum ändern: "Wir haben gar nicht so viele Sachen davon daheim rumstehen." Interessanter wäre für sie da schon das Berufsbild der Chemisch-technischen Assistentin.