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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
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Pressearchiv

10. Stuttgarter Chemietage - 50 Jahre Institut Dr. Flad
Chemie konkret, Januar 2002

Die 10. Stuttgarter Chemietage 2001 am 29. September bis 02. Oktober 2001 waren ein geplantes Ereignis und wurden zu einem persönlichen Erlebnis. Die Abfolge der Ansprachen und Vorträge war gelungen und hat ein begeistertes und sachkundiges Publikum gefunden: die festliche Veranstaltung nach 50 Jahren Institut Dr. Flad war ein grandioses Mosaik über Chemie, Literatur und Kultur.
Kluge Köpfe mit kreativen Konzepten - mit dieser Schlagzeile lassen sich die unterschiedlichen Charaktere von Dr. Manfred Flad, Wolfgang Flad und Dr. Jürgen Flad auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Zum Charakter des Seniors gehört es, kein Charakterbild zu entwerfen - eine Einstellung, die man respektieren muss.
Die festlichen Ansprachen wurden mit "schwäbischer Sparsamkeit" eingeplant und die ausdrückliche Anerkennung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt war zutreffend: nach 50 Jahren erfolgreicher Tätigkeit findet die Jubiläumsveranstaltung in einem Institut und Berufskolleg statt - mit chemischem Profil - mit einer didaktischen Philosophie und mit experimentellen Programmen. Zustimmung wurde gleichfalls durch die akzentuierte Aussage ausgelöst: es ist ein Institut der Superlative - eine Schule ohne Rassismus, die durch Toleranz gegenüber sozialen und kulturellen Unterschieden und durch Verständnis für internationale Kulturkreise geprägt wird. Sichtbares Zeichen waren die Absolventen mit unterschiedlichem Habitus und einheitlicher Laborkleidung: sie identifizieren sich sichtbar mit dem Chemischen Institut. Was kann ein Gründer mehr erreichen und was kann eine Institutsleitung sich mehr wünschen.
Der Auftakt in dem „spartanisch ausgestatteten" Hörsaal war ein wissenschaftlicher Höhepunkt. Für den Festvortrag wurde der Nobelpreisträger des Jahres 1995, Prof. Dr. Paul J. Crutzen, gewonnen. Das Ozonloch über der Antarktis .. was soll man daraus lernen - mit dieser Thematik wurde das Spannungsfeld zwischen Ozonproblematik und Forschungsstrategien deutlich.
In einer verständlichen Form wurden von dem Nobelpreisträger aus den Messdaten Folgerungen und Anforderungen abgeleitet. Die Abhängigkeit der Stabilitätszustände von den meteorologischen Bedingungen und das Risiko von Prognosen sind eine Folge des komplexen klimatischen Systems und bleiben eine Herausforderung für Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Nach diesem Vortrag waren die Teilnehmer von dem Slogan der 8. und 9. Stuttgarter Chemietage überzeugt: Ozon geht uns alle an. Das Thema Ozon findet sich im Lehrplan der CTA's und das Engagement wurde auch beim Welt-Ozon-Tag (16. September) sichtbar, an dem das Institut als UNESCO-Modellschule selbstverständlich beteiligt war.
Neue Herausforderungen für die Chemie - wurden von Prof. Dr. R. Mühlhaupt, Direktor des Freiburger Materialforschungszentrums, in einer rasanten Präsentation und mit effektvollen Perspektiven aufgezeigt: die Querschnittsfunktion der Chemie in den Entwicklungssektoren Informationstechnik sowie Bio- und Materialwissenschaften wurde überzeugend vermittelt. Wirkstoffe für die Lebensqualität und Werkstoffe für den Lebensstandard sind unbestreitbare Erfolge der Chemie. Wärmedämmung statt Recyclingeuphorie war ein Trend-gegenläufiges Postulat. Struktur- und Funktionsmaterialien mit maßgeschneiderten (dosierbaren) Eigenschaften sind Schlüsselkomponenten der Zukunft. Der Vortrag vermittelte nachhaltig den Eindruck: Chemie muss man studieren - an Hochschulen und Berufskollegs.
Mit einem Experimentalvortrag Goethe und die Chemie wurde der kultur-historische Part von dem Experten Prof. Dr. Georg Schwedt übernommen. Goethe und sein Entwicklungsgang in der Chemie wurde durch fragmentarische Einblendungen und historische Dokumente nachgezeichnet. Während einer durch Krankheit bedingten Unterbrechung des Jurastudiums hat sich Goethe mit alchemistischer Literatur beschäftigt und chemische Experimente im Windofen ausgeführt.