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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
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50 Jahre Institut Dr. Flad
'sWest-Blättle vom Oktober 2001

 

50 Jahre Institut Dr. Flad

 

50 Jahre Chemisches Institut Dr. Flad

Mit dem Aufschwung der chemischen Industrie nach dem Zweiten Weltkrieg entstand ein großer Bedarf an Wissenschaftlern und Chemisch-technischen Assistenten, die anders als früher nicht mehr einfach angelernt werden konnten, sondern für ihre selbstständige und vielseitige Arbeit in den Laboratorien eines qualifizierten Fachwissens bedurften. Zu dessen Vermittlung entstanden erste private Chemieschulen wie das Chemische Institut Flad, das am 1. Oktober 1951 von dem Chemiker und Hochschullehrer Dr. Manfred Flad auf gemeinnütziger Basis gegründet wurde. Dr. Flad hatte damals in einem früheren Fabrikgebäude in der Breitscheidstraße 127 einen Saal mit ca.100 m2 gemietet, der, wie er sich erinnert, in Windeseile zum größten Teil von bereits angemeldeten Schülern, die zuvor handwerkliche Berufe ausgeübt hatten, gemauert, gegipst und gestrichen sowie mit Bänken und Tischen ausgestattet wurde. 15 junge Damen und ebenso viele nicht mehr so junge Herren - teilweise Spätheimkehrer des Zweiten Weltkrieges - hatten sich gemeldet. Der Hörsaal war mit zweimal 15 Sitzplätzen ausgestattet worden, da Damen und Herren damals noch getrennt saßen. Sie alle begannen den ersten Lehrgang des Instituts mit großer Begeisterung, die zwei Jahre lang nicht nachließ, sodass alle ihre Abschlussprüfung bestanden und sofort einen Arbeitsplatz gefunden haben.

Heute, 50 Jahre später, wird, das Institut Dr. Flad von Wolfgang Flad, dem Sohn des Firmengründers, geleitet. Das staatlich anerkannte Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt befindet sich nach wie vor in der Breitscheidstraße 127, nimmt heute aber zwei miteinander verbundene Gebäude ganz ein. Schülerinnen und Schüler aus 52 Ländern haben hier studiert, mehr als 30 Lehrkräfte unterrichten derzeit 300 Schülerinnen und Schüler. Neben der Ausbildung zum Chemischtechnischen trat 1991 die Ausbildung von Umwelttechnischen und 1997 von Pharmazeutisch-technischeu Assistenten. Die Labors sind mit modernsten Geräten und anschaulichen Demonstrationsmodellen ausgerüstet, in den Praktika wird nach neuesten Methoden gearbeitet. Auch Datenverarbeitung ist zeitgemäß ein Unterrichtsfach. Ein ständiger Kontakt mit Hochschulen, Universitäten, der Industrie und der Gesellschaft Deutscher Chemiker garantiert, dass der Lehrplan neue Erkenntnisse und Entwicklungen schnellstens berücksichtigt, so wird es ab September auch die Ausbildung zum Chemisch-technischen Assistenten mit Schwerpunkt Biotechnologie geben, denn deren zentrale Botschaft "Zelle als Produzent" ist in vielen neuen Betätigungsfeldern aktuell, was gute berufliche Chancen ergibt. Das Institut hat schon bisher viele junge Menschen für die Probleme unserer Zeit sensibilisiert. So können die Schüler mit einem Labormobil auch vor Ort das Probenehmen und Messen üben. Alle zwei Jahre finden im Institut die Stuttgarter Chemietage statt, in diesem Jahr zum 10. Mal. In Vortragsreihen und Seminaren, gehalten von internationalen Fachdozenten, erfahren Schüler, Lehrer und viele Ehemalige alles über die neuesten Arbeitsmethoden im Labor. Das Institut bietet außerdem vielfältige Möglichkeiten zur Weiterbildung.

Neben einer praxisnahen Berufsausbildung vermittelt das Institut auch Erziehung und Bildung im Geiste des Humanismus. So wurde das Institut 1997 in den Kreis der "Schulen ohne Rassismus" aufgenommen und im Frühjahr, wie alle Schulen in diesem Kreis, vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaft für Christlich-Jüdisehe Zusammenarbeit mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet. Als erste berufsbildende Schule in Deutschland gehört das Institut seit 1988 zum weltweiten Verbund der UNESCO-Modellschulen. Und für ihr überdurchschnittliches Engagement bei der langfristigen Beobachtung und Erhebung umweltbezogener Messgrößen zu Wetter, Klima, Wasser und Luft wurde die Schule im vorigen Jahr als "GLOBE-Schule des Jahres" ausgezeichnet. Dazu kommt die Mitarbeit und Auslobung von internationalen und nationalen Wettbewerben, die nicht zuletzt zeigen sollen, dass Chemie Spaß machen kann. Viele Anstöße zu internationalen und interkulturellen Projekten kamen vom Institut Dr. Flad, das weit über Stuttgart hinaus für seine Arbeit Anerkennung findet und in 50 Jahren regelrecht zum Gütesiegel für Qualität in der Chemieausbildung geworden ist.