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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
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Unentbehrliche, ungeliebte Chemie
Podiumsdiskussion an der Uni Stuttgart - "Hartnäckige Vorurteile"

Stuttgarter Nachrichten vom 17.05.2003

Chemie - bei dem Wort denken viele spontan an rauchende Schlote oder giftgrüne Süßspeisen. Über Imageprobleme dieser Disziplin und ihre Bedeutung diskutierten jetzt Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik beim gemeinsamen Hochschulabend der Stuttgarter Universitäten.

2003 ist das bundesweite "Jahr der Chemie". Mit zahlreichen Veranstaltungen wollen auch die Universitäten Stuttgart und Hohenheim sowie das Institut Dr. Flad vor allem junge Leute für die Chemie begeistern. Kein leichtes Unterfangen. Denken doch die meisten Deutschen laut einer Umfrage beim Wort Chemie zuerst an Begriffe wie" künstlich" oder "unnatürlich", fast jeder Vierte hält sie für umweltschädlich. Und das einer Naturwissenschaft, ohne die es "die meisten Produkte, die zu den "großen Schlüsseltechnologien und Innovationsmotoren gehören, nicht gäbe, wie Professor Stephen Hashmi im Audimax an der Keplerstraße betonte.

Ohne die Grundlagenarbeit der Chemiker, so Hashmi, gehe wenig, auch in anderen Zweigen der Wissenschaft. Keine Prothesen für Hüftgelenke, keine Energie sparenden Brennstoffzellen und keine modernen Medikamente. Beispiele für die segensreiche Wirkung der Chemie zu nennen sei" ein Kinderspiel", findet auch Henning Hopf von der TU Braunschweig. So schone etwa die Entwicklung neuer Dämmstoffe die natürlichen Ressourcen. Warum also das Misstrauen in der Öffentlichkeit? Ein "Vermittlungsproblem" sieht die Bundestagsabgeordnete Antje Vogel-Sperl, und auch Peter Frankenberg stieß ins selbe Horn. Da bisher Naturwissenschaften an den Schulen abgewählt werden konnten, so der Wissenschaftsminister des Landes, gehe der" Sinn für Zusammenhänge" verloren. Für BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht liegt ein Grund fürs Negativimage auch in der "völlig unvernünftigen Reaktion" der Industrie auf Chemieunfälle vergangener Jahrzehnte.

"Diese Zeiten sind lange vorbei." Die chemische Industrie habe sich selbst verpflichtet, ihre Produktion transparenter zu machen. Anders als die Mehrheit auf dem Podium glaubt Martin Jansen vom Max-Planck-Institut, dass die "hartnäckigen Vorurteile" abgebaut werden können: "In zehn Jahren werden wir die Chemie viel besser verstehen, das wird auch die Akzeptanz fördern." Veranstaltungshinweise zum Themenjahr gibt es im Internet: www.jahr-der-chemie-stuttgart.de.