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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
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Analysespezialisten - eine Ausbildung, die sich auszahlt

Zehn offene Stellen auf einen Absolventen - Die Nachfrage nach technischen Assistenten in Chemie, Biotechnologie und im Umweltbereich boomt
Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten vom 21.03.2003

In der Regel heiß begehrt sind die Absolventen, die nach einer zweijährigen Ausbildung das Institut Dr. Flad verlassen. Von Krisenzeiten, von wirtschaftlicher Flaute spüren die frisch gebackenen chemisch-technischen Assistenten (CTA), pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) oder umwelt-technischen Assistenten (UTA) nichts. Analysespezialisten - eine Ausbildung, die sich auszahlt "Im letzten Jahr kamen auf jeden Absolventen rund zehn offene Stellen", sagt Wolfgang Flad, der seit etwa vier Jahrzehnten das Stuttgarter Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt leitet. Vielleicht liegt das Erfolgsrezept darin, dass Engagement und Begeisterung des 60-jährigen Chemikers auf seine Schüler überspringen. Vor allem die Vermittlung des Wissens an junge Menschen liegt ihm am Herzen.

Mehrere Faktoren begünstigen das derzeit üppige Stellenangebot für technische Assistenten aller Spezialisierungen, erklärt Flad. Zum einen komme man in den Labors von Pharma-, Biotechnologie- oder Chemieunternehmen mit Rationalisierung nicht weit. Auch die Abwanderung ins Ausland lohne sich angesichts empfindlicher Geräte und ausgeklügelter Produktionsabläufe kaum.

Zudem sind derzeit wenig Fachkräfte auf dem Markt. Dies ist das Resultat einer Entwicklung, die anschaulich auch als "Schweinezyklus" bezeichnet wird. Vor ein paar Jahren war die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Chemie abgeflacht, die Branche machte eine kleine Krise durch. Angesichts sinkender Chancen hatten junge Leute wenig Interesse an naturwissenschaftlich orientierten Ausbildungen. Internet und Telekommunikation schienen viel attraktivere Möglichkeiten zu bieten. Nachdem sich dieser Traum in vielen Fällen nicht erfüllte, kehrte sich der Trend wiederum. "Chemistry or not to be", kalauert Flad und lacht. Die Chemie habe sich eben als nachhaltig erwiesen. Ohne Analysen gehe bei Forschung und Entwicklung nichts, und Qualitätskontrolle sei ebenfalls unverzichtbar.

Die besten unter den guten Aussichten haben die chemisch-technischen Assistenten. CTA-Arbeitsplätze finden sich aber nicht nur im Chemiebereich. Auch Biotechnologie und Pharmaforschung haben Bedarf. Vom Umweltbereich wird etwa ein Drittel der CTA angelockt. Der Vielfalt der Anforderungen entspricht die Flexibilität der CTA-Ausbildung bei Flad. Zwar ist auch der direkte Weg zum umwelt-technischen Assistenten möglich. Doch das sei eine sehr spezielle Ausbildung, meint Flad, die weit gehend auf den Umweltsektor festlege. Günstiger sei es, den CTA-Lehrplan mit entsprechenden ökologischen Inhalten zu versehen.

Überhaupt ist dem Kollegleiter das stark zersplitterte Berufsbild ein Dorn im Auge. Zu viel Spezialisierung führe zu Unübersichtlichkeit. Zudem bestehe noch jedes Bundesland auf eigenen Lehrplänen und Prüfungsordnungen. So seien viele neue, scheinbar unterschiedliche Ausbildungsgänge entstanden, die jedoch teilweise zu drei Vierteln identisch seien. In diesem Wirrwarr geht die Übersicht schnell verloren.

In Stuttgart versucht man gegenzusteuern, indem die CTA-Ausbildung, als "Urmutter", gestärkt wird. Das bedeute aber nicht, dass die Lehrpläne jahrelang unverändert bleiben. "Die Halbwertzeit des Wissens wird immer kürzer", sagt Flad. Die neuen Erkenntnisse fließen in die Lehre ein, kein Schuljahr gleicht dem anderen. Das betrifft nicht nur umwelttechnisches Wissen, das in die CTA-Ausbildung integriert wird. Dies gilt auch für die biologischen Inhalte. Einen Lehrgang für biologisch-technische Assistenten bietet das Stuttgarter Institut gar nicht an. "Je früher die Ausbildung spezialisiert wird, desto weniger flexibel ist der Absolvent", sagt Flad. Der Erfolg scheint ihm Recht zu geben. "Die ersten CTA-Absolventen mit biotechnologischem Schwerpunkt wurden begeistert aufgenommen", betont er.

Voraussetzung für den Eintritt ins Kolleg sind mittlere Reife oder Abitur. Für Realschüler sei dies geradezu ideal, meint Flad, nach zwei Jahren in einen "gut bezahlten" Beruf zu kommen. Parallel zur CTA-Ausbildung ist auch der Erwerb der Fachhochschulreife möglich. Abiturienten profitieren ebenfalls, da sie im Berufskolleg feststellen können, ob das möglicherweise avisierte Chemiestudium auch die richtige Wahl sei. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, nach zwei Jahren hat man schon mal ein Zertifikat in der Tasche. Unter seinen Absolventen, die anschließend studierten, zählt Flad über 500 promovierte Chemiker, 18 Professoren und mehr als 40 Unternehmensgründer.

Die Flad-Ausbildung zahlt sich aus, lässt diese Bilanz vermuten. Wie viel muss man aber für die Ausbildung bezahlen? Derzeit 105 Euro pro Monat, ist die Antwort. Jeder Schüler könne auch ein zinsloses Darlehen aufnehmen, das später ratenweise zurückgezahlt werden müsse, sagt Flad. Wer gute Abschlussnoten hat, bekommt das Darlehen zudem ganz oder teilweise erlassen. Wie auch immer, die Rückzahlung dürfte normalerweise keine Probleme machen. Die Anfangsgehälter liegen Flad zufolge bei rund 2000 Euro, nach fünf bis zehn Jahren sei eine Verdoppelung keine Seltenheit. CTA beispielsweise können es bis zum Bereichs- oder Abteilungsleiter bringen. Solche Führungspositionen gibt es für PTA in der Regel vermehrt. Apotheken, der Bereich, in dem bis zu 90 Prozent der PTA später arbeiten, müssen von Apothekern geleitet werden. Doch die "rechte Hand" des Apothekers dürfte auch ohne Chefsessel zufrieden sein.

 

CTA, BTA, UTA
Voraussetzung für die zweijährige Ausbildung ist die mittlere Reife. Beschäftigt werden CTA vor allem in der chemischen Industrie und verwandten Sparten. Auch Universitäten, Behörden sowie Forschungseinrichtungen suchen die Analysespezialisten. Ähnliches gilt für BTA, die besonders auch in der Biotechnologiebranche benötigt werden. Wo es um umweltbezogene Themen geht, sind speziell UTA gefragt. Sie untersuchen Umweltproben und beraten, wie der Eintrag von Schadstoffen vermieden werden kann.