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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
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Doch wieder Schulbank!
Schulische Berufsausbildungen

AUD!MAX Reifeprüfung, Magazin für Studium und Ausbildung, Ausgabe 2/2003

Doch wieder Schulbank! Schulische Berufsausbildungen

Dir graust's davor, die Schule zu verlassen? Dann ab auf eine Berufsfachschule! Eine Vielzahl von Berufen kannst du genau wie in einem Betrieb auch oder sogar nur an einer Schule erlernen. Hier die Basics zur Orientierung im Dschungel der tausend Schulen ...

Vielleicht gehörst du ja zu der kleinen Gruppe Verrückter, die eigentlich ganz gerne zur Schule gegangen sind. Die den geregelten Tagesablauf und das Arbeiten im Klassenverband gemocht haben. Wenn du noch dazu nicht weißt, ob du studieren willst, oder doch eine Ausbildung machen und überhaupt, so wäre der Besuch einer berufsbildenden Schule vielleicht genau das Richtige für dich. An Berufsfachschuten lässt sich eine breite Palette von Berufen erlernen, und danach kannst du entweder ein Studium anschließen, in dem Beruf arbeiten oder sogar eine der vielen anderen Weiterbildungsmöglichkeiten draufsetzen ...

Die Vielfalt macht's!

Knapp 50 000 Schüler und Schülerinnen mit Abitur an Berufsfachschulen hat das Statistische Bundesamt im Jahr 2000 verzeichnet, Tendenz steigend. Auch das Angebot schulischer Ausbildungsgänge wächst stetig. Die Palette reicht von Berufen im Gesundheitswesen wie Physio- oder Ergotherapeut/in, Alten- oder Krankenpfleger/in, Logopäde/in und Medizinischer Dokumentar/in über handwerkliche Berufe wie Goldschmied/in oder Musikinstrumentenbauer/in und gestalterische Berufe wie Gestaltungstechnischer Assistent/in bis zu technische Berufen wie Chemisch-technische/r Assistent/in (CTA) und pharmazeutischtechnische/r-Assistent/in (PTA). Aber auch Dolmetscherinnen, Übersetzer/innen, Bühnentänzerinnen und Wirtschaftsprüfer/innen lernen ihr Handwerk in schulischen Ausbildungen. Der Unterricht ist in der Regel als Vollzeitunterricht angelegt, dennoch sorgen Praxisphasen für den nötigen praktischen Ausgleich. Hier gibt es allerdings große Unterschiede von Schule zu Schule und vor allem zwischen den einzelnen Ausbildungen. Als Informatiker/in wirst du zwangsläufig viel Zeit vor dem Rechner an der Schule selbst verbringen, während du in anderen Ausbildungen eher längere Blockpraktika in Betrieben oder Institutionen absolvierst.

Wie lange die Ausbildung dauert, welche Zugangsvoraussetzungen du erfüllen musst, wie die Ausbildung aufgebaut ist, welche Inhalte vermittelt werden und ob du Schulgeld bezahlen musst, hängt einerseits von dem Bundesland ab, in dem du eine Schule besuchen willst, andererseits davon, ob die Schule in privater oder staatlicher Trägerschaft ist. Wenn du dich also tatsächlich mit dem Gedanken beschäftigst, eine solche Schule zu besuchen, so wird dir eine gründliche Schulrecherche nicht erspart bleiben. Die kann sich aber am Ende auszahlen!

Die Guten ins Kröpfchen ...

Ob eine Schule qualitativ gut ist, kannst du an diversen Kriterien festmachen: So macht es Sinn, sich zu informieren, ob die Schule Kontakte ins Ausland oder zu potenziellen Arbeitgebern hat. Auch den Abschluss der Ausbildung musst du unter die Lupe nehmen, denn solltest du in einem bestimmten Lehrberuf mit keinem staatlichen oder staatlich anerkannten Abschluss die Segel streichen, so musst du zumindest ein im Bundesgebiet anerkanntes Zeugnis bekommen. Bei den privaten Schulen differiert das Schulgeld enorm, aber Vorsicht, denn ein hohes Schulgeld ist kein Garant für eine bessere Lehre.

Aufpassen musst du auch bei den Begrifflichkeiten: Es gibt Berufsfachschulen, Berufskollegs oder -zentren, dann wieder Institute oder Akademien. Hinter all diesen Schulbezeichnungen verbirgt sich die Möglichkeit, eine schulische Berufsausbildung zu machen. Aber solltest du dir einen bestimmten Beruf ausgeguckt haben, hilft dir auch der Berufsberater beim Arbeitsamt durch den Schul-Dschungel.

Und wohin führt das?

Eine schulische Ausbildung ist nicht weniger wert als eine betriebliche. Das sieht man an den Berufsaussichten der Absolventen: Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat im Jahr 1999 2 500 Berufsfachschul-Abgänger aus drei Bereichen zu ihrem Werdegang befragt: Technische Assistenten, Wirtschaftsassistenten und Dienstleistungsassistenten. Über die Hälfte der Absolventen hat eine Stelle im erlernten Beruf oder zumindest in einem ähnlichen Beruf gefunden. Die andere Hälfte ging nicht direkt in den Beruf, sondern in eine weitere Ausbildung wie ein Studium. Nur sieben Prozent der Absolventen waren auf Stellensuche.

Grundsätzlich können viele schulische Ausbildungen gut mit einem Studium kombiniert werden: Für CTA- oder PTA-Absolventen ist ein Chemie- oder Pharmazie-Studium nahe liegend; in Gesundheitsberufen macht ein Medizin-Studium und in wirtschaftlichen Ausbildungen ein BWL-Studium Sinn. Aber auch ohne Studium ist nach der Schule in Sachen Weiterbildung noch lange nicht Schicht im Schacht: Absolventen künstlerisch-gestalterischer Ausbildungen können sich zu staatlich geprüften Gestaltern weiterqualifizieren, Handwerker können den Meisterbrief erwerben und MTAs oder PTAs können sich zu Fach-, Forschungs- und Lehrassistenten weiterbilden. Auch hier gibt das Arbeitsamt entsprechende Hilfestellung.

"Eine schulische Berufsausbildung ist sinnvoll für die Abiturienten, die in kurzer Zeit einen Berufsabschluss erwerben wollen, denn meist lässt sich die Ausbildung für sie auf zwei Jahre verkürzen. Außerdem ist sie für diejenigen eine Lösung, die noch nicht genau wissen, ob sie studieren sollen oderwollen", meint Dr. Gisela Feller vom BIBB.

Auch Dr. Flad, Gründer und Leiter des Berufskollegs Dr Flad, betont die Vorteile der schulischen Ausbildung: "Wer z. B. die Ausbildung zum CTA absolviert und ein Chemie-Studium anschließt, kann direkt im Hauptstudium einsetzen und hat mit Abschluss der Ausbildung automatisch das Vordiplom in der Tasche." Außerdem können CTAs in den Semesterferien vollbezahlt im erlernten Beruf arbeiten - und somit auch gleich den Berufseinstieg vorbereiten.

Wenn du also zur Überbrückung oder auch zur Orientierung sowohl Praxisluft als auch Klassenmief schnuppern willst - auf geht's!