Institut Dr. Flad - Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt - CTA, UTA, PTA

 
 
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Bilsenkraut (Hyoscyamus)
Nachtschattengewächse

Schwarzes Bilsenkraut
Hyoscyamus niger

Giftpflanze!

Bestimmte Nachtschattengewächse wie Tollkirsche, Bilsenkraut und Stechapfel enthalten ein Gemisch aus verschiedenen giftigen Alkaloiden, z.B. Atropin, Hyoscyamin, Scopolamin

Vergiftungssymptome verschieden: ZNS-Erregung oder ZNS-Dämpfung, je nach Verhältnis der Alkaloide zueinander.

Im Bilsenkraut überwiegt die ZNS-lähmende Wirkung von Scopolamin (→ "Schlafkraut").

Droge: Blätter und Samen. Heute in der Pharmazie ohne Bedeutung.

"Belladonna-Präparate":
Tollkirsche und Bilsenkraut

Wesentliche Wirkstoffe:
Atropin + Hyoscyamin + Scopolamin

Anwendung: Spasmolytika (Magen, Darm, Atemwege)

Bilsenkraut wurde früher auch missbräuchlich verwendet, z.B. als Mordgift, im Mittelalter zusammen mit Tollkirsche, Alraune etc. für Hexensalben und Liebestränke. Erwähnung auch in der Literatur (Shakespeare: Hamlet).
Bilsenkraut gilt auch als Rauschdroge.

Auch als Zusatz für Bier soll Bilsenkraut verwendet worden sein (Bilsen → Pilsen?).

Bilsenkraut (Hyoscyamus)
→ größere Ansicht

Bilsenkraut (Hyoscyamus)

Bilsenkraut (Hyoscyamus)
→ größere Ansicht

Bilsenkraut (Hyoscyamus)

 


Stechapfel
Stechapfel

Kürbis
Kürbis

Text und Fotos von Franz Xaver Fraschio.