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Wir haben zum Thema "Chemiewaffen" einige Schülerberichte und Artikel zusammengestellt:
Kurze Geschichte der Giftgase Schon früh entdeckte die Menschheit Stoffe, die beim Verbrennen Gase entwickelten, die Augen- und Nasenschleimhäute reizten oder einen üblen Geruch verbreiteten. Doch erst die Modernisierung und Industrialisierung der Welt gaben den Ausschlag für eine gezielte Forschung nach solchen Stoffen. Eng mit der Entwicklung des ersten Kampfgases Chlor ist der Name Fritz Haber und seine Frau (Klara Immerwahr) verbunden. Klara Immerwahr wurde 1870 geboren. Sie war die Tochter eines Chemikers und eine Vorkämpferin für die Rechte der Frauen. Damals wurde den Frauen verboten, das Gymnasium zu besuchen. Somit entschloss sie sich, sich extern auf das Abitur vorzubereiten und erhielt die Genehmigung, als Gasthörerin an Vorlesungen teilzunehmen. 1901 heiratete sie Fritz Haber. Haber war der Leiter der Chemischen Abteilung im Preußischen Kriegsministerium. Er wurde damit beauftragt, Chemiewaffen zu entwickeln. In den Versuchen arbeiteten die Forscher mit Ratten. Diese wurden vergast. ("Die Mißachtung der Natur scheint eng mit der Mißachtung der Frau verbunden zu sein.") Clara Immerwahr erkannte rechtzeitig die Auswirkungen der Chemiewaffen und setzte sich gegen deren weiteren Entwicklung ein. Als sie ihren Mann vergebens darum bat, die Forschung, Produktion und Einsetzung der Giftgase aufzugeben, erschoss sie sich mit seiner Dienstwaffe. Fritz Haber hatte aber nur ein Ziel vor den Augen: Der Krieg sollte möglichst schnell zu Gunsten Deutschlands beendet werden. So wurde erstmals nach einer Empfehlung von Fritz Haber in der Schlacht bei Ypern am 22. April 1915 Giftgas eingesetzt. Als aus 5730 Stahlflaschen 180 Tonnen flüssiges Chlor abgeblasen wurden, starben auf der alliierten Seite rund 3000 Soldaten, weitere 7000 Gasgeschädigte waren zu beklagen. Vom Gasblasen ging Frankreich später zum Gasschießen mit phosgengefüllten Granaten über. Deutschland weitete den Gaskrieg durch neue Kampfstoffe aus, die durch verschiedene Farben gekennzeichnet wurden. Neben dem lungenschädigende Grünkreuz trat hautschädigendes, Leder und Textil durchdringendes Gelbkreuz auf. Blaukreuz zwang wegen seiner Reizwirkung zum Abnehmen der Gasmasken. Das Verschießen dieser "Maskenbrecher" - in Kombination mit Grünkreuz wurde als "Buntschießen" bezeichnet: Atemnot und Hustenreiz steigerten sich zum Erstickungsanfall. Der Tod trat bei nahezu vollem Bewußtsein ein. Fritz Haber wurde auf die Liste der Kriegsverbrecher gesetzt und floh in die Schweiz. Ein Jahr nach dem Krieg erhielt er allerdings für seine Ammoniak-Synthese (Haber-Bosch-Verfahren) den Nobelpreis. Mit Einstein an seiner Seite setzte er sich gegen die weitere Verwendung von Chemiewaffen ein. Nach dem Krieg wurde in den USA Chloracetophenon und Lewisite entwickelt und gingen in die Massenproduktion ein. 1932 wurden Arbeiten über Dialkylfluorphosphate veröffentlicht, was zur Entwicklung des Tabun (zunächst "Triton 83") und des führte. Keines von den beiden wurde jedoch im II. Weltkrieg eingesetzt, da das deutsche Heer vor 1944 lediglich über FE 39 Filter verfügte und somit einen massiven Gasangriff der Alliierten nicht riskieren wollte. Besonders während des Kalten Krieges stieg die Forschung und Produktion der Chemiewaffen rapide an. Im Vietnamkrieg kamen 1961 phytotoxische Stoffe wie Agent Orange, Agent Purple, Agent White und Agent Blue durch die amerikanische Luftwaffe zum Einsatz. Dies führte zu einer umfassenden Zerstörung der Landschaft. Am härtesten wurde aber, wie in allen Kriegen, die Zivilbevölkerung getroffen. Bis heute leiden über 1 Mio. Vietnamesen sowie US-Soldaten an den Spätfolgen. Doch auch in der jüngsten Vergangenheit kam es in kriegerischen Auseinandersetzungen immer wieder zu Giftgaseinsätzen. So z.B. im 1. Golfkrieg zwischen Irak und Iran. Von der irakischen Seite eingesetzte Tabun-Gas forderte im Zeitraum 1984-86 über 10 000 Tote. Seinen Höhepunkt erreichten diese Angriffe im März 1988, als der irakische Diktator Saddam Hussein ein Giftgasanschlag auf eine nordirakische Stadt befahl. Hierbei waren über 180 000 tote Zivilisten, meist Kurden zu beklagen. Am 20. März 1995 wurden zum erstem Mal Giftgase in großen Mengen von Terroristen eingesetzt. In diesem Fall wurde Sarin in der U-Bahn von Tokio freigesetzt.
Das 20. Jahrhundert war alles andere als ein friedliches Jahrhundert. Im I. Weltkrieg kamen 10 Mio. Menschen ums Leben, 5 % der Tote betraf die Zivilbevölkerung. Im II. Weltkrieg steigerte sich die Anzahl der Tote auf ca. 65 Mio. Über 55 % der Toten kamen aus der Zivilbevölkerung. Und schließlich waren es 90 % im Vietnamkrieg. Ilona Fudal, Gustav Schiemert (CTA Lehrgang 50)
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