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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

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Wettbewerb Umweltfreundlicher ChemieunterrichtWettbewerb Umweltfreundlicher Chemieunterricht

 

Beiträge des Wettbewerbes 1994 im Sonderheft "Chemie in der Schule" 1994:

Beiträge als PDF-Dateien
Der Estercyclus - Ein experimentelles Projekt zur Schulung resourcenbewußten Denkens und Handelns (PDF, 2,7 MB)
Petrischalenexperimente zu Elektronen- und Protonenübergängen in der Overheadprojektion (PDF, 730 KB)
Demonstration der Ionenwanderung mit dem Tageslichtprojektor (PDF, 620 KB)
Projektionsaufsatz mit Küvetten für den Tageslichtprojektor - Konstruktion und Anwendung (PDF, 750 KB)
Chlorexperimente mit Kleinstportionen (PDF, 1,4 MB)
Umweltfreundliche Versuche mit Halogenen (PDF, 490 KB)
Aufarbeitung von Kupfer- und Silberabfällen zu Salzen (PDF, 1,0 MB)
Massanalytische Bestimmung von Aktivsauerstoff und fachgerechte Aufarbeitung der Rückstände (PDF, 780 KB)
Einfache Versuche mit Ionenaustauschern aus Haushaltswasserfiltern (PDF, 480 KB)
Säulenchromatografie von Blattpigmenten an einer selbst hergestellten Umkehrphase - Einfache Technik für Schülerversuche (PDF, 1,4 MB)

 

1994 stand der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des baden-württembergischen Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport, und des baden-württembergischen Ministeriums für Umwelt und Verkehr.
Die Vorworte im Sonderheft zum Wettbewerb 1994:

Gemeinsames Vorwort der Schirmherrin und des Schirmherren des Wettbewerbs 1994
Dr. Marianne Schultz-Hector, Kultusministerin Baden-Württemberg
Harald B. Schäfer, Umweltminister Baden-Württemberg

Die Chemie stimmt ...
Richard P. Kreher, Vorsitzender der Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker

Chemie für die Umwelt
Peter Menzel, Universität Hohenheim

 

Gemeinsames Vorwort der Schirmherrin und des Schirmherren des Wettbewerbs 1994
Dr. Marianne Schultz-Hector, Kultusministerin Baden-Württemberg
Harald B. Schäfer, Umweltminister Baden-Württemberg
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Wir freuen uns, dass nach der ersten Durchführung im Jahr 1992 der Wettbewerb "Umweltfreundlicher Chemieunterricht 1994" wiederum ein sehr großes Interesse und eine rege Beteiligung gefunden hat.
Chemie ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, sei es in Form von Produkten, von Produktionsrückständen oder letzten Endes in Form von Abfall. Das Vermeiden - Vermindern - Verwerten von Rückständen und Abfällen muss zu einem festen Bestandteil unseres Denkens und Handelns werden.

Kaum ein Bereich ist so geeignet, das Denken in Stoffkreisläufen zu vermitteln, wie die Chemie. Knappe Deponiekapazitäten sowie die Notwendigkeit, Müllverbrennungsanlagen zu bauen, sind Ausdruck dafür, dass wir uns in der Vergangenheit und auch heute immer noch viel zu wenig Gedanken darüber machen, was mit Produkten, deren Lebensdauer abgelaufen ist, geschehen soll.

Im chemischen Experiment werden in kleinem Maßstab all die Probleme deutlich, die auch im industriellen Produktionsprozess eine Rolle spielen. Aspekte des Rohstoffeinsatzes, des Energiebedarfs, der Vermeidung unerwünschter Nebenprodukte und Abfälle, schließlich die Behandlung nicht vermeidbarer Abfälle sowie eine Gesamtbewertung unter Umweltgesichtspunkten müssen fester Bestandteil jedes verantwortungsvollen Experimentierens sein.

Die Schule kann Interesse für die gleichermaßen faszinierende wie auch mit Risiken behaftete Chemie wecken. Gute Experimente sind am ehesten geeignet, all diese Anforderungen auf anschauliche und einprägsame Weise den Schülerinnen und Schülern und damit auch den künftigen Fachleuten nahe zu bringen.

In diesem Sinn möchten wir Herrn Prof. Dr. Menzel, Universität Hohenheim, für die erneute wissenschaftliche Betreuung, dem Chemischen Institut Dr. Flad und der Jury wiederum für die fachkundige Durchführung des Wettbewerbs sowie den Sponsoren für ihre Unterstützung danken. Unser besonderer Dank gilt den zahlreichen Teilnehmern dieses Wettbewerbs, die durch ihre Ideen die Weiterentwicklung eines umweltfreundlichen Chemieunterrichtes gefördert haben. Dank gebührt auch dem Pädagogischen Zeitschriftenverlag, der durch seine Sonderveröffentlichung diese Experimente einem möglichst weiten Interessentenkreis zugänglich macht.

 

Die Chemie stimmt ...
Richard P. Kreher, Vorsitzender der Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker
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Mit dieser inzwischen gesellschaftsfähigen Redewendung kann man am treffendsten den zweiten Wettbewerb 1994 kennzeichnen. Initiieren statt Dokumentieren war das anspruchsvolle Anforderungsprofil an die Wettbewerbsteilnehmer aus Schule, Hochschule und Industrie. Partizipieren statt Stagnieren - das war die Reaktion von engagierten und talentierten Chemielehrern.

Der Wettbewerb 1994 hat einen umweltorientierten Chemieunterricht zum Ziel und wird durch das Umweltministerium und das Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg unterstützt; das Stuttgarter Modell verdient Nachahmung! Agieren statt Deklarieren - daran darf die Mitwirkung der beiden Ministerien bemessen und beurteilt werden.

Chemieunterricht neu gestalten - für eine neue Generation - das ist die Verpflichtung für die Lehrenden an den verschiedenen Schulformen. Der Einfluss der Medien auf die Lernenden in prägenden Entwicklungsphasen darf dabei nicht übersehen werden, denn Einsichten und Einstellungen werden durch visuelle Wahrnehmungen bestimmt.

"Sobald der Mensch die Gegenstände um sich her gewahr wird, betrachtet er sie in Bezug auf sich selbst, und mit Recht. Denn es hängt sein ganzes Schicksal davon ab, ob sie ihm gefallen oder missfallen, ob sie ihn anziehen oder abstoßen, ob sie ihm nutzen oder schaden."

Diese ästhetischen und pragmatischen Ansichten von Goethe (1794) sind nicht auf Kunstgegenstände beschränkt, sondern unverändert gültig und auch für Naturerkenntnisse zutreffend.
Chemieunterricht hat unverändert eine fachliche Dimension; der Unterricht muss aber auch einen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen. Chemieunterricht an Schulen muss einprägsam und einsichtig gestaltet werden - nicht wegen der zukünftigen Chemiker, sondern für die zukünftigen Juristen und Wirtschaftsingenieure, für die Mediziner und Pharmazeuten, für die Verwaltungsbeamten und vielleicht auch für den einen oder anderen Politiker und Minister.

Die Teilnehmer an diesem Wettbewerb - Lehrende und Lernende - verdienen Aufmerksamkeit und Beachtung. Die entwickelten Unterrichtskonzepte und -modelle, die präsentierten Unterrichtstechniken und -materialien spiegeln die didaktische Bandbreite und das pädagogische Engagement wider. Mit dem Wettbewerb sind Preise und Anerkennungen verbunden. Kollektion statt Konfektion - dieses Ziel wird durch die ausgezeichneten und anerkannten Arbeiten erreicht!

Lehren - die Kunst entdecken, zu helfen - muss gefördert werden. Nach diesem Wettbewerb ist es möglich, einen umweltorientierten Chemieunterricht exemplarisch zu gestalten und den notwendigen Beitrag zu einer naturwissenschaftlich fundierten Umwelterziehung zu leisten. Der Wettbewerb darf als eine Antwort auf das Leitthema 1994 der GDCh-Fachgruppe Chemieunterricht verstanden werden: Chemieunterricht und Chemieakzeptanz - Chance und Risiko. Die Chance überwiegt, wenn engagierte Lehrerinnen und Lehrer den Chemieunterricht in der Intention des Stuttgarter Wettbewerbs umweltorientiert und erkenntnisfundiert gestalten. Ein attraktiver und faszinierender Experimentalunterricht in Chemie wird aber immer eine schöpferische Leistung bleiben, selbst wenn "die Chemie stimmt".

 

Chemie für die Umwelt
Peter Menzel, Universität Hohenheim
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Wenn wir den Duft einer Blume wahrnehmen oder das Leuchten eines Glühwürmchens sehen, wenn sich das Laub im Herbst verfärbt und auf dem Boden zerfällt, wenn wir Nahrung oder Medikamente zu uns nehmen und verwerten, immer laufen chemische Vorgänge ab. Auch die Entstehung der Erdatmosphäre oder die Bildung von Kohle und Erdöl vor Millionen von Jahren beruhen - wie alle Veränderungen in der belebten und unbelebten Natur - auf chemischen Reaktionen.

Im Bewusstsein der Bevölkerung aber wird Chemie überwiegend gleichgesetzt mit Umweltproblemen durch chemische Produkte, ihre Herstellung und ihre Anwendung. Deshalb ist es außerordentlich wichtig zu vermitteln, dass Chemie viel mehr ist, nämlich die "Natur-Wissen-Schafft" von den Stoffen und ihren Veränderungen im gesamten Universum.

Im Chemieunterricht müssen die Grundkenntnisse zum Verstehen von natürlichen Stoffkreisläufen, ihre Störungen durch den Menschen und über Möglichkeiten zur Abhilfe erworben werden.

Nur wer die Auswirkungen seines Handelns versteht, kann verantwortungsvoll Entscheidungen treffen oder mitgestalten.

Wer durch beispielhaften Umgang in der Schule erfahren hat, dass für Rückstände aus dem Fotolabor oder Versuchsreste aus dem Chemieunterricht ähnliche Überlegungen anzustellen sind wie für Farbreste oder Kunststoffabfälle aus dem Haushalt, weiß, dass zur Lösung dieser Probleme die Chemie erforderlich ist.
Die vorliegende Versuchsauswahl aus dem Wettbewerb 1994 soll hierzu weitere Anregungen geben und das Bewusstsein für die Vermeidung - Verminderung - Verwertung von Abfällen im Alltag entwickeln und fördern.

Bemerkenswert ist, dass in dieser Wettbewerbsrunde unter den zahlreichen guten Arbeiten auch der Beitrag eines Schülers ausgezeichnet werden kann. Solche Arbeiten mit Unterstützung oder Beratung durch den Lehrer können künftig eine besondere Bereicherung des Wettbewerbs darstellen.

Durch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Chemischen Institut Dr. Flad, den engagierten Einsatz der Jury und die rasche und gute Bearbeitung im Pädagogischen Zeitschriftenverlag durch Herrn Lingelbach kann dieses Sonderheft bereits zur Preisverleihung vorgelegt werden.

Der Wettbewerb wird wieder durch die Unternehmen BASF, Bayer, Chemisches Institut Dr. Flad, FCI, Aug. Hedinger, Hoechst, Ernst-Klett-Schulbuchverlag, Merck und Riedel-de Haen gefördert und unterstützt durch die GDCh.
Die Preisträger haben die Gelegenheit, sich auf Einladung der Firmen BASF, Bayer und Hoechst bei einer einwöchigen Rundreise über moderne Maßnahmen zum Umweltschutz zu informieren.

Allen, die den Wettbewerb mit Rat und Tat, finanziellen oder ideellen Mitteln unterstützt, gefördert und die Veröffentlichung ermöglicht haben, sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt. Mein besonderer Dank gilt der Kultusministerin von Baden-Württemberg, Frau Dr. Marianne Schultz-Hector, und dem Umweltminister, Herrn Harald B. Schäfer, für die Übernahme der Schirmherrschaft, Herrn Wolfgang Flad für die kreative Zusammenarbeit und - last but not least - allen Teilnehmern, die mit ihren engagierten Arbeiten den Wettbewerb 1994 getragen haben.