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50 Jahre CHF und 10. Stuttgarter Chemietage
Stuttgarter Chemietage Seit 1983 finden die Stuttgarter Chemietage alle zwei Jahre unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Stuttgart statt. Mal geschieht dies in Zusammenarbeit mit der UNESCO, mal mit der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung oder der Gesellschaft Deutscher Chemiker und seit einigen Jahren gemeinsam mit der Universität Hohenheim und der Universität Stuttgart. Stets sind solche Chemietage ein Familientreffen für alle, die sich der Chemie verbunden fühlen oder sich für diese interessieren - vom Chemieschüler über den Chemielehrer, den Chemieprofessor bis zum Chemie-Nobelpreisträger. Die Stuttgarter Chemietage führen Gäste aus dem In- und Ausland zusammen und sind bereits eine feste Einrichtung geworden. Für das Institut selbst sind die Chemietage stets Ansporn und Anregung und ein Prüfstand für die eigenen Ideen und Aktivitäten. Die Ehemaligen des Instituts Dr. Flad werden weltweit als "Fladianer" bezeichnet und dieser Name ist nicht nur eine Herkunftsbezeichnung, sondern gleichzeitig ein Qualitätssiegel und Gütezeichen. "Fladianer" bleibt man ein Berufsleben, ja ein Leben lang. Der Kontakt zur ehemaligen Schule reißt nicht ab und was wäre ein Institutsgeburtstag ohne "Fladianer"?! Dass nun zum 50. Institutsgeburtstag viele hundert "Fladianer" aus ganz Europa und aus Übersee nach Stuttgart kamen, war eine große Freude und für die Flads und das Instituts-Team das schönste Geschenk. Fast dreißig "Instituts-Ehepaare" waren unter den Gästen und mancher "Fladianer der zweiten Generation" feierte mit. Auch die derzeitigen SchülerInnen freuten sich über Begegnungen mit früheren Lehrgängen und einer freute sich ganz besonders: der Senior! Im Minimaßstab ist nicht nur die Größe der von Prof. El-Marsafy ausgewählten Geräten für gängige Schulexperimente, sondern auch ihr Preis - großgeschrieben wird dabei hingegen Motivation, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit. Prof. El-Marsafy präsentierte seine Versuche nicht nur mittels Videoprojektion, sondern ließ sie die Teilnehmer seines Workshops selbst durchführen. Trotz einfacher Geräte wurde mit großer Zuverlässigkeit gearbeitet: gravimetrische und volumetrische Techniken, Destillation, Gaserzeugung, Elektrolyse, galvanische Stromerzeugung und Leitfähigkeitsmessungen. Auch ein einfach zu bauendes Molekülmodell wurde vorgestellt, das unterschiedliche Bindungstypen und Elektronenverteilung leicht veranschaulicht. Die Labortechnik im Minimaßstab wurde kritisch unter verschiedensten Aspekte diskutiert, so z.B. die Zeitproblematik oder die realistische Möglichkeit sicherer Experimente zu Hause.
"Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, ..."
Unter diesem Motto luden wir zu einem Rundgang durch die Innenstadt Stuttgarts mit dem bekannten Historiker Harald Schukraft ein.
Der etwa zweistündige Stadtspaziergang wurde angereichert mit interessanten und vergnüglichen Anekdoten und spannenden Abenteuern von Goethe, Casanova und auch anderen historischen Persönlichkeiten und führte zum Alten und Neuen Schloss, Schlossplatz, Schillerplatz, Karlsplatz, Marktplatz, Calwer Straße, usw. vorbei an manch verborgenem Winkel.
Eine exzellente Kennerin der Wilhelma ist Frau Dr. Hilde Nittinger, die uns auf einem Nachmittagsspaziergang einen weitgehend unbekannten Aspekt der Wilhelma, die den meisten heute nur als Zoo bekannt ist, vorstellte.
Im Institut Dr. Flad gehört zu einem Fest auch Musik. Die Asperger Kammersolisten sind vier Musiker aus dem Staatsorchester Stuttgart. Sie spielten zum Auftakt das Streich-Quartett in G-Dur (KV 387) von Wolfgang Amadeus Mozart, das erste der sechs sogenannten "Haydn-Quartette". Wenn Mozart im Geleitwort zur Erstausgabe der sechs Quartette erklärte, diese Kompositionen seien "die Frucht einer langen und mühevollen Arbeit", so scheint dieses Werk ganz besonders zum Institutsgeburtstag zu passen.
Das Thema Ozon war bereits bei den 8. und 9. Stuttgarter Chemietagen im Programm zu finden. Frau Dr. Ilka Parchmann (Flad-Preis 1996) berichtete über die Bestimmung von bodennahem Ozon und Herr StD Matthias Kremer (Flad-Preis 1998) stellte seinen Modellversuch zur Ozonbildung aus schadstoffhaltiger Luft und Licht vor.
Goethe hat sich nicht nur für die Entwicklungen in der Chemie seiner Zeit interessiert, sondern auch zahlreiche chemische Experimente selbst durchgeführt.
Zu diesem Thema wagte Prof. Dr. Rolf Mülhaupt einen fundierten Blick in die Zukunft. Als Professor für makromolekulare Chemie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ist er auch geschäftsführender Direktor des Freiburger Materialforschungszentrums, das in einem Leistungsvergleich der Zeitschrift "bild der wissenschaft" bei der makromolekularen Materialforschung hochrangig eingestuft wurde. Neue Struktur- und Funktionsmaterialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften sind Schlüsselkomponenten bei der Entwicklung von Technologien der Zukunft. Das Zusammenwirken verschiedener Disziplinen und auf Anwendungen ausgerichtete Grundlagenforschung sind wesentliche Voraussetzungen, um den Zugang zu neuen Technologien zu erschließen und Anwendungspotenziale frühzeitig zu erkennen. Harmonic Brass: Hans Zellner, Jürgen Gröblehner, Andreas Binder, Harmes Mück und Manfred Häberlein sind die jungen Wilden unter den Blechbläsern. Die fünf Freunde jonglieren mühelos mit den Stilen und Epochen, meistern mit untrüglichem Gleichgewichtssinn den Drahtseilakt zwischen U- und E-Musik und schaffen voller Eleganz auch den Spagat zwischen Bach und Bernstein. Die Zwischenmoderation ist nicht nur pointen- sondern auch lehrreich. "Wenn man Harmonic Brass erlebt, geht man verwandelt nach Hause", so heißt es in der Presse. Wir genossen ein außergewöhnliches Klangerlebnis zum Auftakt eines großen Festabends. 50 Jahr blondes Haar: Eben erst wurde die Bundesrepublik Deutschland 50 Jahre alt und nun auch das Institut Dr. Flad. Das Dein Theater Stuttgart präsentierte in einer Rückschau deutsche Schlager und politische Ereignisse aus fünf Jahrzehnten: 50 Jahr blondes Haar. Welches Leben führten deutsche Schnulze und deutscher Schlager während der letzten fünfzig Jahre? Die trivialen Texte und Melodien spiegelten die Gefühle eines großen Teils der Bevölkerung wieder. Viele bekannte Ohrwürmer erinnern in diesem abwechslungsreichen Programm an Wiederaufbau, deutsche Teilung, APO, Mauerfall und andere markante Ereignisse der zweiten Jahrhunderthälfte. Leichte Muse virtuos serviert zum 50. Geburtstag des Instituts. Manipulations-Act: Die Manipulation ist die Königsdisziplin der Zauberkunst. Magie ohne High-Tech-Bühneneffekte. "Handwerk" im wörtlichen Sinne, denn alles geschieht nur durch die Geschicklichkeit der Hände. Matthias Rauch, Deutscher Meister der Zauberkunst, präsentierte eine Zaubershow der besonderen Art zu moderner Musik und einer perfekten Choreographie. Der Magier des Jahres verzauberte unsere Gäste.
Der Vortrag von Professor Bredereck beschäftigte sich mit der großen Bedeutung der Chemie entlang der textilen Kette, angefangen von den Natur- und Chemiefasern als textile Rohstoffe über die Textilveredlung bis hin zu gebrauchsrelevanten Eigenschaften von Textilien. Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Textilveredlung, ohne die es keine gebrauchsfähigen Textilien gäbe. Die Textilveredlung mit vielfältigen Chemikalien und Verfahren bei der Vorbehandlung, dem Färben und Bedrucken sowie bei der Ausrüstung schaffen die Voraussetzung, dass eine Vielzahl von optischen und sensorischen Eigenschaften sowie Anforderungen an den Gebrauch und die Pflege von Bekleidungs- und Heimtextilien unter Einbeziehung neuartiger "intelligenter Textilien" erfüllt werden können.
Unter dem Namen "experiment" veranstaltete das Institut Dr. Flad in den 70er Jahren Wettbewerbe zur Förderung des chemischen Experimentalunterrichts. "Ein Experiment mit gutem Ergebnis", fand damals die Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und beschloss dann, das erfolgreiche Stuttgarter "experiment" zu einem bundesweiten Wettbewerb für Lehrkräfte an Universitäten, Hochschulen und Schulen auszuweiten: Seit 1987 fördert die Fachgruppe Chemieunterricht der GDCh den chemischen Experimentalunterricht mit dem Manfred und Wolfgang Flad-Preis. Er wird jeweils auf der Jahrestagung der Fachgruppe Chemieunterricht der GDCh für herausragende Arbeiten verliehen.
Den 5. Oktober hat die UNESCO zum Internationalen Tag der Lehrerinnen und Lehrer ausgerufen. Hiermit soll auf die wichtige Rolle der Lehrer in der gesellschaftlichen Entwicklung hingewiesen werden. Der Tag zu Ehren der Lehrer wurde 1994 erstmals in mehr als 100 Ländern weltweit begangen und gehört zu den Internationalen Tagen der UNESCO.
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