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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
100. Geburtstag von Paul Schlack: "Perlon" wird 60   (12/97)

Am 22. Dezember 1997 wäre Professor Dr. Paul Schlack 100 Jahre alt geworden. Das Institut Dr. Flad, Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt, gedenkt des ehrenamtlichen Gründungsmitglieds des Fördervereins der Schule (1965).

Am 18. Januar 1938 gelang die Erfindung des "Perlons" und schon im Sommer 1938 wurden die ersten Perlon-Strümpfe angeboten.

Paul Schlack wurde am 22. Dezember 1897 in Stuttgart geboren. Sein 1915 an der Technischen Hochschule Stuttgart begonnenes Studium schloß er 1921 mit dem Diplomexamen ab. 1921/22 arbeitete er am wissenschaftlichen Laboratorium von Troensegaard in Kopenhagen über Proteine, Polypeptide und über synthetische Eiweißfasern. 1922 ging Schlack wieder an die TH Stuttgart, wo er 1924 über den Thiohydantoin-Abbau von Peptiden (Schlack-Kumpfscher Peptid-Abbau) promovierte. Danach wirkte er im wissenschaftlichen Labor der Agfa-Kunstseidenfabrik in Wolfen.

1926 - 1945 war Schlack Leiter der Forschungsabteilung der Aceta GmbH, Berlin-Lichtenberg, ein Gemeinschaftsunternehmen der IG Farben und der Vereinigten Glanzstoff-Fabriken AG. Hier beschäftigte er sich mit der chemischen Modifikation der Acetatseide, arbeitete über Polyurethane, Polyharnstoffe und Epoxidharze und untersuchte die Eignung von Linearpolymeren auf Polyvinyl- Polyester- und Polyamidbasis zur Synthesefaserherstellung. Dabei entdeckte er die Polymerisierbarkeit des Aminocaprolactams (eine Möglichkeit, die Carothers verworfen hatte) und entwickelte daraus die Polyamidfaser "Perluran" bzw. Perlon. 1939 lief die Anlage für grobe Fäden (sog. Draht) und 1940 die Versuchsfabrik für Seide in Berlin-Lichtenberg an, die Großproduktion begann 1943 in Landsberg. Das Schlacksche Lactam-Verfahren für Perlon ist ökonomischer als das Nylon-Verfahren von Carothers.

1946 wurde Schlack zuerst Betriebsleiter für die Perlonfabrikation und später technischer Direktor in der Kunstseidenfabrik der ehemaligen IG Farben in Bobingen (bei Augsburg). 1955 ging er als Leiter der Faserforschung nach Hoechst. 1961 wurde er Honorar-Professor für Textilchemie an der TH Stuttgart.

Am 1. Oktober 1965 gehörte Professor Schlack zu den zwanzig Professoren, die als ehrenamtliche Gründungsmitglieder die gemeinnützige naturwissenschaftliche Fördervereinigung "Verein der Freunde des Chemischen Instituts Dr. Flad e.V." aus der Taufe hoben. Am 9. Juli 1969 trug Professor Schlack im Rahmen der Fortbildungsveranstaltungen des Fördervereins für die Chemielehrer und -lehrerinnen des Landes über das Thema "Vom Bombyx mori-Faden zur Synthese-Faser".

Paul Schlack starb am 19. August 1987 in Leinfelden-Echterdingen.