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Benzolring-Archiv aktuelle Rubrik

Bologna-Prozess gescheitert?
Laut Hochschulverband sind wesentliche Ziele der Reform nicht erreicht

Der Deutsche Hochschulverband hat den Bologna-Prozess in Deutschland für weitgehend misslungen erklärt. Wichtige Reformziele, wie ein europäischer Hochschulraum und mehr Mobilität zwischen Universitäten im In- und Ausland, seien bislang nicht erreicht worden. An den Universitäten liege die Abbrecherquote mit 20 Prozent und an den Fachhochschulen mit 22 Prozent noch viel zu hoch. Vor allem in den naturwissenschaftlichen und ingenieurswissenschaftlichen Fächern würden zu viele deutsche Studenten abbrechen; jeder Zweite (bzw. Dritte) führe sein Studium in diesen Fächern nicht zu Ende. Auch das Leistungspunktesystem ECTS werde von den europäischen Ländern zu unterschiedlich angewandt; von der gewünschten Einfachheit der Anerkennung von Studienleistungen seien die Universitäten damit weit entfernt.

Der Hochschulverband schlägt vor, den Master-Abschluss anstelle eines Bachelor zum ersten berufsbefähigenden Regelabschluss zu machen. Nur so werde einer wissenschaftlichen Ausbildung Genüge getan. Außerdem schlägt der Hochschulverband dem Bund vor, ein Programm zur Förderung studentischer Mobilität zu initiieren. Auch könne der Bund gemeinsam mit den Ländern eine Prämierung für diejenigen Hochschulen ausloben, die nachweisen, dass sie für eine studiengangsnahe Erstanstellung der Hochschulabsolventen auf dem außeruniversitären Arbeitsmarkt Sorge trügen. Angesichts der bisherigen Erfahrungen mit der Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland müsse von einer weiteren Einführung gestufter Studienmodelle abgesehen werden, bis nachgewiesen sei, dass die neuen Studiengänge den herkömmlichen überlegen seien - so die Forderungen des Hochschulverbandes.

Aus "Freie Bildung und Erziehung", November 2008