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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Gastvorträge "Sonne - Wo Licht ist, ist auch Schatten"
und "Trockene Haut - Hautschutz"

Dr. med. Gabriele M. Beck, Fachärztin für Dermatologie und Allergologie

7. Juli 2009

Sonne - Wo Licht ist, ist auch Schatten.

Referentin: Dr. med. Gabriele M. Beck, Fachärztin für Dermatologie und Allergologie und Referentin der Firma Spirig Pharma GmbH

Die Sonne gibt uns Licht, Wärme, regt die Vitamin- D- Bildung an, die Fotosynthese kann ablaufen und Bakterien werden abgetötet.

Dabei denken aber wenige an den schmerzhaften und schädlichen Sonnenbrand, die vorzeitige Hautalterung, Hautkrebs, Binde- und Hornhautentzündung, Linsentrübung oder die Fotoallergie.

Doch die Sonne ist nicht immer gleich "stark". Die Sonnenintensität ist u. a. abhängig von der geographischen Lage, Tageszeit, Jahreszeit, Wetterlage, Höhenlage und der Reflexion. Frischer Schnee reflektiert 100% der UV- Strahlung, weißer Sand ca. 80% und bewegtes Wasser ca. 50 %. Da kann man sich vorstellen wie hoch die Belastung ist, wenn man am Strand ist. Dass Sonnenlicht auch Glas durchdringen kann und man z. B. im Auto keinesfalls vor UV-Strahlen geschützt ist, kann man am Beispiel der Taxifahrer sehen. Die UVA-Strahlen treffen sie hauptsächlich von einer Seite. Später, wenn sie älter sind, bemerken sie oft, dass der eine Arm geschädigter ist als der andere Arm.

Zu den Risikopatienten zählen neben sehr hellhäutigen Menschen und Patienten mit Hautkrebs in der Vorgeschichte, vor allem die Organtransplantationspatienten. Diese Patienten sterben sogar häufiger an den Sonnenschäden als an den Organproblemen.

Eine gute Beratung in der Apotheke ist beim Thema Sonnenschutz besonders wichtig, da immer mehr Menschen sehr fahrlässig mit der Gesundheit ihrer Haut umgehen. Wir sollten uns z. B. nicht wie ein Würstchen auf dem (Sonnen-)Grill verhalten und alles auf unser Sonnenkonto (Sonnenbrände summieren sich) berechnen lassen. Stattdessen sollten wir uns richtig vor der Sonne schützen. An erster Stelle steht ein vernünftiger Umgang mit der Sonne: Aufenthalt v. a. im Schatten, einen Sonnenschirm aufspannen oder sich auf physikalische Weise mit der 3-H-Regel (Hemd-Hut-Hose) schützen.

Mit dem Sonnenschutzprodukt Daylong® der Firma Spirig haben wir eine weitere Möglichkeit, uns vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen. Spirig bietet ein übersichtliches Sortiment an Sonnenschutzprodukten an, die auch für Problemhaut, wie zu Akne oder zu Allergie neigender Haut geeignet sind. Daylong® Actinica ist das erste Medizinprodukt mit sehr hohem UV-Schutz, das speziell für Risikopatienten geeignet ist und einen Schutz vor dem hellen Hautkrebs bieten soll.

Neu ist ein Schutz speziell für Babys (Kinder unter 1 Jahr), eine Gesichtspflege, die man auch als Anti-Aging-Creme verwenden kann, und eine Aprés-Pflege, speziell für Sonnenallergiker (ohne Emulgatoren).

Lena Konjaskin, PTA 11 B

Eine gute Beratung in der Apotheke ist beim Thema Sonnenschutz besonders wichtig

"Trockene Haut - Hautschutz"

Referentin: Dr. med. Gabriele M. Beck, Fachärztin für Dermatologie und Allergologie und Referentin der Firma Spirig Pharma GmbH

Trockene Haut stellt heute eines der häufigsten Probleme in der dermatologischen Praxis dar. Dies bedeutet für die Apotheke, dass eine gute Beratung der betroffenen Patienten ein wichtiges und großes Themengebiet ist, in dem auch wir, die Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen unsere Kompetenz beweisen können.

Frau Dr. Beck informierte uns in einer kleinen Einleitung über die subjektiven und die objektiven Kriterien für trockene Haut. Auch wurden uns der anatomische Aufbau der Haut sowie deren Eigenschaften dargelegt.

Der Hautzustand ist abhängig von endogenen Faktoren (z.B.: genetische Veranlagung, hormonelle Einflüsse, biologische Hautalterung, Krankheiten) und exogenen Faktoren (z.B.: Klima und Umwelt, lichtbedingte Hautalterung, chem. Einflüsse, therap. Maßnahmen, Ernährung). Anhand des Vergleiches einer 65jährigen Frau von früher und heute zeigte uns Frau Dr. Beck was mit einer guten Hautpflege alles erreicht werden kann.

Frau Dr. Beck erläuterte Hauterkrankungen wie Psoriasis vulgaris (die häufigste Form der Schuppenflechte), Neurodermitis und Ichthyosis. Ichthyosis wird auch als Fischschuppenkrankheit bezeichnet und zeigt ein Hautbild ähnlich einer Baumrinde. Auch die Altershaut wurde im Vortrag näher erläutert, da sie meist sehr trocken und rissig ist und besonderer Pflege bedarf.

Ausführliche Informationen erhielten wir darüber wie die Hautreinigung erfolgen sollte. Langes und häufiges Duschen mit heißem Wasser führt zu einer Zerstörung des Hydrolipidfilms, wodurch die Haut viel Wasser verliert und somit trocken wird. Anstatt Seifen sollten Syndets verwendet werden. Beim Thema Syndets machte sie uns auf den Unterschied zwischen pH-neutral (pH ca. 7) und pH-Hautneutral (pH ca. 5) aufmerksam.

Hautpflege sollte nicht nur von außen sonder auch von innen stattfinden, da die Haut wie eine Pflanze ist, sie muss Feuchtigkeit aufnehmen und auch behalten, damit sie nicht austrocknet. Dabei spielt Fett eine große Rolle, denn nur durch etwas Fett kann auch verhindert werden, dass das aufgenommene Wasser nicht sofort wieder an die Umgebung verloren wird. Der transepidermale Wasserverlust (TEWL) bezeichnet die Wassermenge, die von der Haut pro Stunde und cm2 an die Außenwelt abgegeben wird. Dieser ist bei Psoriatikern besonders erhöht und kann durch Okklusion (Abdeckung der Haut mit Cremes, Salben etc.) und natürliche Feuchthaltefaktoren (NMF = Natural moisturizing factors) wie z.B.: Harnstoff verringert werden. Wichtig für die Apothekenpraxis ist die Tatsache, dass viele hautärztliche Rezepturen miteinander unverträgliche Inhaltsstoffe enthalten. Deshalb hat die Firma Spirig eine Liste mit allen wichtigen Wirkstoffen erstellt, aus der ersichtlich ist, mit welchen Grundlagen sie kompatibel sind.

Frau Dr. Beck stellte uns die Basispflege-Produktreihe Excipial® mit insgesamt 5 Produkten (Excipial® Creme, Excipial® Fettcreme, Excipial® Mandelölsalbe, Excipial® U Lipolotio, Excipial® U Hydrolotio) vor. Diese 5 Basispflegeprodukte unterscheiden sich lediglich in der Höhe der Feuchtigkeits- und Fettgehalte, so dass uns in der Apotheke die Möglichkeit der phasengerechten, lokalitätsbezogenen, jahreszeitlich passenden Auswahl zur Verfügung steht. Alle Produkte enthalten kein Wollwachs, weil dies ein allergenes Potential besitzt. Zudem sind sie nicht komedogen.

Bei Harnstoff-Produkten ist zu beachten: Sie sollten nicht auf aufgekratzter Haut angewendet werden, da dies brennt. Harnstoff kann auch bei manchen Kunden mit empfindlicher Haut zu Reizungen führen. Deshalb bietet die Firma Spirig mit der Lipoderm® Lotion ein harnstofffreies Basispflegeprodukt an.

Die Anwendung von Fett-feuchten-Verbänden, die besonders bei Neurodermitikern zu einer Linderung der Beschwerden führen, erklärte uns Frau Dr. Beck ausführlich.

Die Balneotherapie (Badetherapie) mit Ölbädern ist vor allem bei sehr trockener Haut eine große Hilfe. Hier bietet die Firma Spirig das Produkt Balmandol® an. Der Unterschied dieses Haut- und Badeöls zu anderen Badeölen liegt darin, dass es sich hierbei um ein spreitendes Badeöl handelt, d.h. dass keine Emulgatoren enthalten sind und die Ölschicht auf dem Wasser liegt. Allerdings geht dadurch die Reinigungswirkung verloren. Beim Aussteigen legt sich dann der Ölfilm wie eine zweite Haut um den Körper und schützt ihn vor Feuchtigkeitsverlust. Durch den Ölfilm wird allerdings die Badewanne glatt und es besteht Rutschgefahr. Alte Menschen sollten deshalb darauf hingewiesen werden, dass sie nicht alleine baden sollten und eine Hilfe in Rufnähe wichtig ist. Der Fettfilm ist mit einem Spülmittel leicht zu entfernen.

Oft werden die Inhaltsstoffe mit lateinischen Fachbegriffen bezeichnet. Um Kundenfragen dazu besser beantworten zu können sollte man die deutsche Übersetzung und die Bedeutung des Stoffes für die Haut kennen:

Prunus dulcis = Süßmandel » Mandelöl
Oenothera biennis = Nachtkerze » Nachtkerzensamenöl
Simmondsia chinensis = Jojoba » Jojobaöl

Mandelöl ist in der Excipial® Mandelölsalbe enthalten. Diese ist besonders auch für Kinder als Schutz vor Kälte im Winter geeignet, da es sich um eine wasserfreie Zubereitung handelt und somit keine hautreizenden Kristalle aus gefrorenem Wasser entstehen können. Nachtkerzensamenöl ist reich an Omegafettsäuren und ist in Lipoderm® Omega und Lipoderm® Omega Light enthalten.

Als weiteren Inhaltsstoff lernten wir Squalen kennen, ein körpereigenes Hautoberflächenprotein. Gewonnen wird es allerdings aus Olivenöl und ist in der Lipoderm® Gesichtscreme enthalten.

Beim Thema Hautschutz zeigte uns Dr. Beck Bilder von Austrocknungsekzemen und informierte uns über Berufsgruppen, die von solchen Austrocknungsekzemen besonders betroffen sind. Dies sind z.B. Frisöre und Maurer, aber auch die Hausfrau sollte nicht vergessen werden. Hier ist die Pflege der Haut von besonderer Bedeutung. Die drei Säulen des integrierten Hautschutzprogramms und die entsprechenden Präparate der Firma Spirig sind:

  1. Schutzpräparate vor der Arbeit » Excipial® Protect
  2. sanfte Reinigung » Excipial® Clean
  3. Pflegepräparate nach der Arbeit » Excipial® Repair/ Repair sensitive

Der Unterschied zwischen Excipial® Repair und Repair sensitiv besteht darin dass in Repair sensitive kein Nachtkerzenöl und keine Duftstoffe, zum Überdecken des unangenehmen Geruchs der Nachtkerze, enthalten sind. Somit ist Repair sensitiv auch für Berufe geeignet die Lebensmittel herstellen oder verarbeiten zum Beispiel für Bäcker. Excipial® Protect ist vor allem auch für Berufe geeignet die mit den Händen Feinarbeit leisten müssen sowie für Berufsgruppen die Desinfektionsmittel anwenden. Denn Excipial® Protect erhält die Griffigkeit der Hände, hinterlässt keine Fingerabdrücke, verträgt sich mit Desinfektionsmitteln ohne abgewischt zu werden und bietet zudem einen zuverlässigen Schutz über 3-5 Stunden.

Frau Dr. Beck informierte uns noch über andere Ekzemarten und darüber, wie Ekzeme entstehen. Sehr wichtig ist eine frühzeitige Gegensteuerung.

Der Vortrag insgesamt war also sehr informativ und auch hilfreich für die spätere Beratung in der Apotheke. Auch wurde uns mehrmals mitgeteilt, dass wir bei Fragen zur Beratung von Spirig-Produkten uns jederzeit telefonisch an die Firma wenden können, was ich als sehr positiv empfand.

Katharina Wagner, PTA 11 A