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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

65. Institutsgeburtstag

am 30. September 2016

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Vom Staatsorchester Stuttgart an der Oper Stuttgart (Opernhaus des Jahres 2016) waren zu Gast (v.l.n.r.): Stefan Jank, Gunter Pönisch und Stefanie Faber

Hier stimmt die Chemie - hier spielt die Musik!

Wie feiert man gebührend Geburtstag? Noch dazu dann, wenn es sich beim Jubilar um eine Institution handelt, die mit berechtigtem Stolz auf eine 65-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann? Im Falle des Instituts Dr. Flad liegt die Antwort auf der Hand: Wie das Leben - nach Friedrich Nietzsche - "ohne Musik ein Irrtum" wäre, so ist auch eine Institutsfeier im Hause Flad ohne Musik schlicht undenkbar. Für die geladenen Gäste und die versammelte Schülerschar im großen Institutshörsaal war die Botschaft einer geselligen nachmittäglichen Feierstunde also einmal mehr eindeutig: Hier stimmt die Chemie - denn hier spielt die Musik!

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Wer als Außenstehender die Gelegenheit hat, das Institut Dr. Flad in der Stuttgarter Breitscheidstraße aus freundschaftlicher Verbundenheit zu seinem Hausherrn und aus Neugier angesichts immer wieder verlockender Veranstaltungen und unerwarteter Perspektiven zu besuchen, den wird dabei stets eines in besonderer Weise einnehmen: das auf Schritt und Tritt zu spürende, also in die Tat umgesetzte Lichtenbergische Motto, demnach derjenige, der nur Chemie verstehe, auch diese nicht verstehe. Von den erlesen ausgesuchten Zitaten, die Türen und Wände in erfrischend lebendiger Reminiszenz an ein fast schon vergessen geglaubtes humanistisches Bildungs-Ideal zieren, prangt einem in vielfältigsten Variationen entgegen, was schon in Johann Wolfgang von Goethes "Wahlverwandtschaften" heimliches Credo war: dass die Chemie nur Abbild dessen ist, was unsere zwischenmenschlichen Beziehungen, unsere Reaktionen und Umgangsformen mit uns selbst und unseren Nächsten auszeichnet und wertvoll macht. Und Institutsleiter Wolfgang Flad weiß nur zu gut, warum das Element der Musik in dieser Wahlverwandtschaft nicht fehlen darf: sie erweitert die im Institut Dr. Flad seit nunmehr 65 Jahren praktizierte Verbindung von Chemie und Menschlichkeit zum Dreiklang.

Insider wissen es schon längst: Seit Jahrzehnten pflegt Wolfgang Flad eine so intensive wie kennerschaftliche, so innige wie generöse Beziehung zum größten und traditionsreichsten Klangkörper des Landes, zum Staatsorchester Stuttgart. Dessen Musikerinnen und Musiker gehen im urig-originellen Theaterkeller des Instituts derart selbstverständlich ein und aus, spielen meisterlich auf und feiern nach getanem "Keller-Dienst" die Geselligkeit an unvergleichlichem Ort, dass man ohne Übertreibung (und mit einem Augenzwinkern) behaupten kann, der Fladsche Institutskeller sei die erste und beste Außenspielstätte dieses Orchesters. Das legendäre Gästebuch liest sich wie ein "Who is Who" dessen, was in der Stadt state of the art war und ist. Kunst und Künstler ganz losgelöst und zugleich symbiotisch verschwistert im befreiten Raum - Wahlverwandtschaften auch hier!

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Kaum der Erwähnung wert also, dass zum Jubiläums-Geburtstagsständchen selbstredend abermals Musiker des Staatsorchesters Stuttgart aufspielten. Doch wie sie aufspielten! Ob man - frech - vermuten darf, dass dem Geschehen auf der Bühne des Fladschen Hörsaals selten mit gespannterer Aufmerksamkeit und größerer Begeisterung gelauscht worden ist? Jedenfalls erwiesen sich die Klarinettisten Stefanie Faber, Stefan Jank und Gunter Pönisch (dieser überdies ein langjähriger Freund der Familie Flad) als höchst lebendige, ja mitreißende und dem spirit des Instituts damit würdige Gratulanten, die eine Stunde lang lustvoll zeigten, welch‘ wundersames Element die Musik ist.

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Johann Sebastian Bachs berühmte "Toccata und Fuge" d-Moll für Orgel dürfte das Publikum wohl noch nie auf zwei Bassklarinetten gehört haben - hier wurde der Evergreen zum Ereignis! Und Klarinettist Pönisch verband docere und delectare -Lehren und Vergnügen - ganz im Fladschen Sinne, indem er die Geburtstagsgäste mit gewieft-gewitzten, so unterhaltsamen wie geistreichen Anmerkungen zu den Stücken und den Instrumenten durchs Programm führte. Und so ließ man sich auf den Flügeln dieses Klarinettenglücks mitnehmen: lauschte einer Mozart-Arie für drei Bassetthörner, versank zu den Klängen von Michele Mangani in versonnener Melancholie, um von einem wilden Ragtime Scott Joplins wieder aufgerüttelt zu werden und während eines tollkühn-verrückten Bassklarinetten-Solos der hier ganz ungeniert mit dem Jazz flirtenden Avantgarde-Komponistin Iris ter Schiphorst aus dem Staunen nicht mehr herauszukommen. Schließlich der wahlverwandtschaftliche Übergang zu den lukullischen Genüssen, fein kredenzt im charmant umarrangierten Chemielabor: Ein unvergesslicher Nachmittag. So feiert man Geburtstag!

Rafael Rennicke
Dramaturg Oper Stuttgart

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