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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
Earth Day Stuttgart 2002

Earth Day 2002 Zum Earth Day 2002 hielt Dr. Aitken aus den USA am 23. April einen Vortrag zum Thema "Erneuerbare Energiequellen" vor 250 gespannten Zuhörern im Grossen Hörsaal des Instituts Dr. Flad. Gleich zu Beginn erklärte Dr. Aitken, warum es für ihn eine besondere Freude sei, in Stuttgart vorzutragen: sein Vater war in den Dreißiger Jahren für 2 Jahre als Vizekonsul in Stuttgart, auf der Überfahrt von Amerika nach Europa lernte er damals auch seine zukünftige Frau kennen - Grund genug, dass dieser Earth Day für ihn persönlich auch eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln wurde.

Dr. Aitken leitet heute in den USA seine eigene Firma, Donald Aitken Associates, deren Aufgabe es ist, Privatleute wie öffentliche Organisationen im Umgang mit erneuerbaren Energiequellen zu beraten. Gleichzeitig ist er Vorstandsmitglied der Union of Concerned Scientists, einer Organisation von über 10000 Wissenschaftlern, die sich den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zum Ziel gesetzt haben. Ursprünglich als Astrophysiker in der Forschung in Stanford beschäftigt, gründete er 1970 "Friends of the Earth" und richtete einen Lehrstuhl für Umweltwissenschaften ein, aus dem eine der heute renommiertesten Fakultäten auf diesem Gebiet in den USA hervorging.
Earth Day 2002 Seinen Lebensweg, gesäumt von internationaler Anerkennung und zahlreichen angesehenen Auszeichnungen, bezeichnet Dr. Aitken aber keineswegs als Karriere, sondern als seine persönliche Mission, die zu vertreten ihm ein großes Anliegen und auch eine bleibende Freude ist - und diese Freude übertrug sich auf seine Zuhörer, die gespannt seinen Ausführungen folgten.

Der Begriff Nachhaltigkeit - definiert als eine Nutzung von Bodenschätzen, welche auch zukünftigen Generationen erlaubt, ihren eigenen Bedarf an lebenswichtigen Ressourcen zu decken - ist vor allem auf dem Sektor der Energienutzung noch nicht einmal im Ansatz realisiert. Über 70% der benötigten Energie werden in den USA aus fossilen Brennstoffen gewonnen: in kürzester Zeit werden die begrenzten Vorräte ausgebeutet, in 40-50 Jahren wird diese Energiequelle unweigerlich erschöpft sein - der Vorsatz der Nachhaltigkeit wird somit zur leeren Phrase. So werden nicht nur die Energiequellen unserer Erde viel zu schnell erschöpft, Nebenprodukte wie Treibhausgase, allen voran Kohlendioxid, führen zu einer Klimaveränderung, die bereits begonnen hat, deren Folgen aber niemand in vollem Maß abschätzen kann.
Earth Day 2002 Das Umschwenken auf erneuerbare Energiequelle zusammen mit einer drastischen Reduzierung unseres Energiebedarfs sind also nicht nur eine "schöne Idee", sie werden sehr bald zu einer Lebens-Notwendigkeit - es ist an uns, erste Schritte in Richtung alternativer Energiequellen zu gehen. Solarenergie, Geothermalenergie, Elektrizität aus Wasserkraft sowie Windenergie sind erneuerbare Energiequellen, deren Technologien schon weit genug erforscht wurde, dass eine Anwendung in grossem Maßstab möglich ist.

Für jeden von uns sind es vor allem zwei Bereiche, die große Mengen Energie verbrauchen und dementsprechend "reformiert" werden müssen, auf dass sich eine Nachhaltigkeit realisieren läßt: unsere Häuser und Wohnungen sowie unsere persönliche Mobilität. Dr. Aitken erläutert an konkreten Beispielen, dass es viel zu teuer und zu wenig effizient ist, einem normalen, das heißt nicht energiesparenden, Haus ein paar Solarzellen aufs Dach zu setzen, um so einen Teil der nötigen Elektrizität selber zu generieren. Viel effektiver sei es hingegen, Häuser und Wohnungen zu entwerfen, die die frei zugänglichen Energieformen wie Tageslicht und Sonneneinstrahlung direkt nutzen könnten. Eine entsprechende Architektur macht es möglich, den Heizbedarf eines Hauses soweit zu senken, dass nur die restliche Wärme von Sonnenkollektoren geliefert werden muss.
Earth Day 2002 Die richtige Anordnung von Fenstern, Wänden und Freiräumen erlaubt überdies, auf Klimaanlagen ganz zu verzichten, was wiederum den Energiebedarf drastisch senkt. Entwirft man ein solches Gebäude als in sich geschlossenes Gesamtkonzept, so werden die höheren Kosten für die neue Technologie durch die Energieersparnis ausgeglichen, eine Preissteigerung also vermieden. Tatsächlich baut man in den USA bereits Sozialwohnungen nach diesem Konzept, da es auf die Dauer das deutlich billigere und nachhaltigere ist.

Obgleich die USA traditionell auf dem Sektor der erneuerbaren Energiequellen eine Vorreiterrolle hatten, erklärt Dr. Aitken, dass heute Europa, allen voran Dänemark und Deutschland, in der Technologie marktführend sind - so stammen auch die meisten der vielen konkreten Beispiele, mit denen der Wissenschaftler seinen Vortrag begleitet, aus Freiburg, Frankfurt oder von der Nordseeküste.

Dr. Aitken fasst es zusammen: "Renewable Energy: we have to keep it in our minds - and in our hearts!"

Earth Day 2002 Und dass die nachhaltige Energienutzung Dr. Aitken ein wahres Anliegen ist, war in jedem Satz seines Vortrages zu spüren: mit Begeisterung erläuterte er die empfindlichen Gleichgewichte, die auf unserem Planeten Leben ermöglichen, bemühte sich, nicht nur den Verstand, sondern vor allem das Gefühl seiner Zuhörer anzusprechen, auf dass sie als junge Generation den sorgsamen Umgang mit unserer Erde lernen und pflegen - und er scheute sich auch nicht davor, bei der abschließenden Diskussionrunde Fehler und Versäumnisse der amerikanischen Regierung offen zuzugeben!

"Ich bin begeistert, denn Dr. Aitken hat uns alle wirklich angesprochen und eine Botschaft rübergebracht" - so das Resümee zahlreicher Schüler und Schülerinnen, welches zeigt, dass es beim Earth Day 2002 um viel mehr ging als "nur" um ein bisschen Umwelt ...

 

Bericht über Dr. Aitkens Vortrag am 23.4.202 in Englisch
Bericht über die Expertenrunde vom 22.4.2002 in Englisch

Earth Day 2002

Poster zum Earth Day 2002