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Earth Day Stuttgart 2002
Zum Earth Day 2002 hielt Dr. Aitken aus den USA am 23. April einen Vortrag zum Thema "Erneuerbare Energiequellen" vor 250 gespannten Zuhörern im Grossen Hörsaal des Instituts Dr. Flad. Gleich zu Beginn erklärte Dr. Aitken, warum es für ihn eine besondere Freude sei, in Stuttgart vorzutragen: sein Vater war in den Dreißiger Jahren für 2 Jahre als Vizekonsul in Stuttgart, auf der Überfahrt von Amerika nach Europa lernte er damals auch seine zukünftige Frau kennen - Grund genug, dass dieser Earth Day für ihn persönlich auch eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln wurde.
Dr. Aitken leitet heute in den USA seine eigene Firma, Donald Aitken Associates, deren Aufgabe es ist, Privatleute wie öffentliche Organisationen im Umgang mit erneuerbaren Energiequellen zu beraten. Gleichzeitig ist er Vorstandsmitglied der Union of Concerned Scientists, einer Organisation von über 10000 Wissenschaftlern, die sich den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zum Ziel gesetzt haben. Ursprünglich als Astrophysiker in der Forschung in Stanford beschäftigt, gründete er 1970 "Friends of the Earth" und richtete einen Lehrstuhl für Umweltwissenschaften ein, aus dem eine der heute renommiertesten Fakultäten auf diesem Gebiet in den USA hervorging.
Der Begriff Nachhaltigkeit - definiert als eine Nutzung von Bodenschätzen, welche auch zukünftigen Generationen erlaubt, ihren eigenen Bedarf an lebenswichtigen Ressourcen zu decken - ist vor allem auf dem Sektor der Energienutzung noch nicht einmal im Ansatz realisiert. Über 70% der benötigten Energie werden in den USA aus fossilen Brennstoffen gewonnen: in kürzester Zeit werden die begrenzten Vorräte ausgebeutet, in 40-50 Jahren wird diese Energiequelle unweigerlich erschöpft sein - der Vorsatz der Nachhaltigkeit wird somit zur leeren Phrase. So werden nicht nur die Energiequellen unserer Erde viel zu schnell erschöpft, Nebenprodukte wie Treibhausgase, allen voran Kohlendioxid, führen zu einer Klimaveränderung, die bereits begonnen hat, deren Folgen aber niemand in vollem Maß abschätzen kann.
Für jeden von uns sind es vor allem zwei Bereiche, die große Mengen Energie verbrauchen und dementsprechend "reformiert" werden müssen, auf dass sich eine Nachhaltigkeit realisieren läßt: unsere Häuser und Wohnungen sowie unsere persönliche Mobilität. Dr. Aitken erläutert an konkreten Beispielen, dass es viel zu teuer und zu wenig effizient ist, einem normalen, das heißt nicht energiesparenden, Haus ein paar Solarzellen aufs Dach zu setzen, um so einen Teil der nötigen Elektrizität selber zu generieren. Viel effektiver sei es hingegen, Häuser und Wohnungen zu entwerfen, die die frei zugänglichen Energieformen wie Tageslicht und Sonneneinstrahlung direkt nutzen könnten. Eine entsprechende Architektur macht es möglich, den Heizbedarf eines Hauses soweit zu senken, dass nur die restliche Wärme von Sonnenkollektoren geliefert werden muss.
Obgleich die USA traditionell auf dem Sektor der erneuerbaren Energiequellen eine Vorreiterrolle hatten, erklärt Dr. Aitken, dass heute Europa, allen voran Dänemark und Deutschland, in der Technologie marktführend sind - so stammen auch die meisten der vielen konkreten Beispiele, mit denen der Wissenschaftler seinen Vortrag begleitet, aus Freiburg, Frankfurt oder von der Nordseeküste. Dr. Aitken fasst es zusammen: "Renewable Energy: we have to keep it in our minds - and in our hearts!"
"Ich bin begeistert, denn Dr. Aitken hat uns alle wirklich angesprochen und eine Botschaft rübergebracht" - so das Resümee zahlreicher Schüler und Schülerinnen, welches zeigt, dass es beim Earth Day 2002 um viel mehr ging als "nur" um ein bisschen Umwelt ...
![]() Poster zum Earth Day 2002 |