Institut Dr. Flad - Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt - CTA, UTA, PTA

 
 
Das CHF Aktuelles Ausbildung Berufsinformation Projekte
Das CHF Extras Aktuelles Gästebuch Ausbildung Kontakt Berufsinformation Suchen Projekte Eduthek
Extras Gästebuch Kontakt Suchen  Eduthek

Aktuell im Institut Dr. Flad
 
Benzolring online
Benzolring
Freiplätze
Freiplätze
Das Institut Dr. Flad ist seit 1998 QM-zertifiziert nach DIN EN ISO 9001

QM-zertifiziert
PSE-Quiz
PSE-Quiz
Preisrätsel
Preisrätsel
eCards
eCards
Die Instituts-CD
Instituts-CD
Die E-Mail-Datenbank für Fladianer
Fladianer
FAQ - Häufig gestellte Fragen und Antworten
FAQ
Benzolring online - Übersicht
Der Institutskalender
QM-Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2008
Das neue Preisrätsel
Pressearchiv
Unsere Linktipps
Benzolring-Archiv aktuelle Rubrik
Flechten als Umweltindikator   (02/99)

Die Agrarbiologin Silke Wurst wird am 8. Februar 1999 als Gastdozentin am Institut Dr. Flad über "Flechten als Umweltindikator" vortragen.

An Bäumen und Steinen lässt sich ablesen, ob dicke Luft herrscht: Der Flechtenbewuchs zeigt an, wenn die Umwelt krank ist. Diese Zusammenhänge hat Frau Silke Wurst im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Universität Hohenheim untersucht. Drei Monate lang hat sie in einem Gebiet von Bernhausen über den Stuttgarter Kessel bis zum Bismarckturm die Rinde von Bäumen angeschaut. Je mehr Flechten an den Bäumen wuchsen, desto weniger war die Luft an diesem Standort mit Schadstoffen belastet.

Flechten sind eine Lebensgemeinschaft von einem Pilz mit einer Alge. Diese Zusammenstellung macht es möglich, dass sie an extremen Standorten - etwa auf Steinen oder auf Baumrinden - überleben können. Dabei schaden sie in keiner Weise dem Baum, auf dem sie wachsen. Da sie mehrere hundert Jahre alt werden können, werden sie auch zur Altersbestimmung von Steinskulpturen herangezogen. Luftschadstoffe stören das sensible Gleichgewicht zwischen den beiden Lebenspartnern allerdings schnell, so dass die Flechte stirbt. Flechten sind also sehr empfindliche Lebewesen; sie reagieren auf Luftschadstoffe sehr früh, noch bevor der Mensch diese bemerkt. Daher sind Flechtenkartierungen gut geeignet, Aussagen über die Luftqualität zu machen.

Ihre aktuellen Ergebnisse hat Silke Wurst mit den Daten der Flechtenkartierung aus den siebziger Jahren verglichen. Damals war die Stuttgarter Innenstadt als Flechtenwüste bezeichnet worden. Jetzt fanden sich in dem gleichen Gebiet wieder 30 verschiedene Flechtenarten. Die unverhoffte Rückkehr der Flechten führen die Wissenschaftler insbesondere auf den reduzierten Schwefeldioxidgehalt in der Luft zurück. Die in den achtziger Jahren in Betrieb genommenen Entschwefelungsanlagen von Kraftwerken und Industrieanlagen zeigen mittlerweile Wirkung. Von einer guten Luft in der Stuttgarter Innenstadt kann man indes noch nicht sprechen.

Interessenten sind zu dieser Gastvorlesung willkommen.