Institut Dr. Flad - Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt - CTA, UTA, PTA

 
 
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Institut Dr. Flad - mehr als eine international anerkannte Chemieschule
Seit 60 Jahren

's Westblättle vom Oktober 2011

Institut Dr. Flad - mehr als eine international anerkannte Chemieschule Zwei wichtige Firmen kennzeichnen die Breitscheidstraße: am Anfang das Bosch-Areal, der frühere Firmensitz der Robert Bosch GmbH, und am Ende das Institut Dr. Flad, das für mehr als nur für seine Ausbildung im Bereich Chemie, Pharmazie und Umwelt international einen ausgezeichneten Ruf besitzt. Schwäbisch bescheiden macht nur ein kleines Schild am Vorderhaus auf das Institut aufmerksam.

Als die chemische Industrie nach dem Krieg wiederaufbauen wollte, fehlte es an gut ausgebildeten Mitarbeitern. Die in einem Jahr angelernten Laborhelfer konnten dies nicht leisten. Andererseits gab es junge Kriegsheimkehrer, teilweise nur mit Notabitur, die ihre Familien ernähren mussten und deshalb nicht jahrelang studieren konnten, also eine relativ kurze Ausbildung suchten, die ihnen krisensicher und abwechslungsreich ein gut bezahltes Arbeitsleben ermöglichte. Dies führte zur zweijährigen Ausbildung des Chemisch-technischen Assistenten CTA. In Nordwürttemberg war es Dr. Manfred Flad (1913-2006), der dies erkannte und umsetzen wollte. Dr. Flad hatte schon während seines Chemiestudiums in Stuttgart als Lehrer für kaufmännische Berufe gewirkt und danach als Dozent an der Technischen Hochschule gearbeitet. Das Kultusministerium gab seinem Vorhaben zwar grünes Licht, obgleich es diese Ausbildung damals noch für völlig überflüssig hielt. Doch Dr. Flad ging das Wagnis der Gründung einer Privatschule ein und begann, bei 300 Mark Startkapital, mit 30 Schülerinnen und Schülern. Dazu eröffnete er am 1. Oktober 1951 auf 100 m2 im 2. Stock des Hinterhauses Breitscheidstr. 127 das "Chemische Institut Dr. Flad".

Heute, 60 Jahre später, lautet der Name nur noch kurz "Institut Dr. Flad", denn die Ausbildung zum CTA wurde 1991 mit der zum Umwelttechnischen Assistenten (UTA) und 1997 zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) erweitert. Beide ehemaligen Fabrikgebäude werden mittlerweile auf fünf Stockwerken vollständig von der Schule genutzt, der sie ebenso wie das zum Wohnheim umgebaute Vorderhaus seit 1973 gehören. Insgesamt 350 Schülerinnen und Schüler besuchen das Institut Dr. Flad heute, das damit die größte Chemieschule in Deutschland ist. 35 Lehrkräfte, auch in Teilzeit, sorgen kompetent für eine gute Ausbildung. An der Spitze steht in zweiter Generation Wolfgang Flad, der Sohn des Schulgründers. Auch die dritte Generation ist mit Dr. Ulrike Flad als fachlicher Leiterin und ihrem Ehemann Dominik Blosat als Geschäftsführer bereits fest eingebunden. Drei Generationen, die eine Schule bisher 60 Jahre geleitet haben, auch das ist eine der Besonderheiten des Instituts.

Das Wachstum der Schule hat die Idee des Gründers bestätigt, wie Wolfgang Flad nicht ohne Dankbarkeit im Gespräch erklärt. Dabei macht er deutlich, dass Wachstum nur solange sinnvoll und gut ist, solange die Qualität dadurch zunimmt. Das Motto der Schule ist deshalb auch "Klasse vor Masse, Qualität statt Quantität." Fladianer, wie die rund 7000 erfolgreich ausgebildeten Schülerinnen und Schüler genannt werden, sind gesuchte Arbeitskräfte, die selbst von internationalen Firmen noch direkt in der Schule angeworben werden, wobei die Nachfrage in jedem Jahr höher als das Angebot ist. Nicht nur durch Weiterbildungsangebote bleibt der Kontakt mit den Ehemaligen erhalten.

Das Institut ist maßgeschneidert für Realschüler mit Mittlerer Reife und für Abiturienten. Sie erfahren hier in zwei Jahren, was Chemie ist, und erhalten dabei eine solide Ausbildung. Danach können sie entscheiden, ob sie direkt ins Berufsleben eintreten oder ihre Ausbildung mit einem Studium weiterführen. Rund 700 promovierte Chemiker haben bei Flad ihre Ausbildung begonnen, darunter weltweit 19 Professoren. 90 Prozent der Fladianer machten direkt Karriere im Beruf, in kleinen, mittleren oder Großunternehmen, wo sie oftmals Abteilungen, Sparten oder ganze Betriebe leiten, ja selbst Akademiker beschäftigen. Und 42 Fladianer haben eine eigene chemische Fabrik. Es kann sich also sehen lassen, was aus Fladianern geworden ist, stellt Wolfgang Flad fest.

Nicht am Fließband wird ausgebildet, sondern in Handarbeit individuell, was durch die Schulgröße möglich ist. Um die Schüler nach Kräften zu fördern, werden sie besonders gefordert, denn man wächst mit seinen Aufgaben. Fladianer sind deshalb auch belastbar und karrierefähig. Im Unterricht geht es vor allem darum, die Chemie zu verstehen. Denn nur wer die Dinge versteht, kann sie übertragen und dann auch richtig anwenden. Die Schüler werden aber auch zu eigenverantwortlichem Handeln und sozialem Engagement erzogen. So gibt es Seminare zu Motivation und Persönlichkeitsbildung sowie zu Lerntechniken. Beispielsweise fiel einer Tübinger Chemie-Dozentin auf, dass ein Student an einem sehr sauberen Arbeitsplatz sehr ordentlich arbeitete. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass beide Fladianer sind. Entsprechend gepflegt zeigen sich auch die Räume des Instituts. Ein Benimmkurs wird übrigens ebenso angeboten wie ein Schülerbibelkreis.

Weil Qualität auch Kontrolle verlangt, war das Institut Dr. Flad 1998 die erste Chemieschule in Deutschland, die nach internationalen Standards zertifiziert wurde. Bereits 1989 wurde ein wissenschaftlicher Beirat mit Professoren aus dem In- und Ausland eingerichtet, Außenstehenden, die der Schule trotzdem nahe sind und die Weiterentwicklung mit ihrem Rat begleiten. Wie erstklassig die Ausbildung bei Dr. Flad ist, zeigte sich 1966 beim ersten Wettbewerb "Jugend forscht" in Deutschland. 20 der 200 Teilnehmer kamen von Dr. Flad. Sie gewannen die ersten drei Landespreise, den Bundessieg und in der internationalen Runde die Vizeweltmeisterschaft. 1985 gewann die Schule den ersten Umweltpreis der Stadt Stuttgart und 1991 gewann eine "Fladianerin" die Goldmedaille in der internationalen Runde des ersten europäischen Chemiewettbewerbs Grand Prix Chimique. Mittlerweile sind weitere Medaillen dazugekommen.

Neue Wege betrat das Institut in verschiedenster Weise, um die Chemie und seine Schüler zu fördern. So wurde 1983 mit den "Stuttgarter Chemietagen" begonnen. Und 1988 wurde das Institut zur ersten berufsbildenden Modellschule der UNESCO in Deutschland. Deren Generalsekretär hatte es ursprünglich abgelehnt, eine berufsbildende Schule zu prüfen, weil diese mit Bildung und Erziehung nichts zu tun hätte. Wolfgang Flad wandte sich daraufhin an den damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher, weshalb sich die UNESCO doch noch von den guten Argumenten überzeugen ließ. Inzwischen hat sich das Institut Dr. Flad an zahlreichen UNESCO-Projekten beteiligt oder solche selbst gestartet, wie etwa zum Thema Donau oder Elbe. Das vor acht Jahren begonnene Theaterprojekt der Schule nimmt sich in den letzten Jahren des jeweiligen UNESCO Jahresthemas an. Und bei einer Tagung von UNESCO-Schulen in Stuttgart stellte das Institut im vergangenen Jahr das immaterielle Weltkulturerbe "Tango Argentino" vor, ebenfalls ein Schulprojekt. In diesem Jahr erhielt das Institut zum vierten Mal in Folge die Auszeichnung der UNESCO als offizielles Projekt der Weltdekade für Nachhaltigkeit in Bildung und Erziehung.

Mehrere Nobelpreisträger, der amerikanische Außenminister Warren Christopher, für den die Breitscheidstraße eigens von Autos befreit wurde, Erwin Teufel, Heiner Geißler, Cem Özdemir, Karlheinz Böhm für sein Projekt Menschen für Menschen, Prinz Kuma N'Dumbe aus Kamerun und der UNESCO-Generalsekretär aus Paris gehörten zu den Besuchern aus dem In- und Ausland, die dem Institut ihre Aufwartung machten und mit Vorträgen den Horizont der Schüler erweiterten. An einem Institut, das im Laufe der Jahre Schüler aus 55 Ländern ausbildete, wird das Thema Rassismus auch ohne entsprechende Vorfälle für wichtig erachtet. Als erstes im Land erhielt es deshalb die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus" und veranstaltet regelmäßig Aktionswochen dazu. Dies alles macht das Institut Dr. Flad so besonders. Es ist international vernetzt und hat sich auch der Fortentwicklung des Chemieunterrichts verschrieben.

Das System Flad überzeugt, denn bei vielen Schülern wurden schon die Eltern, oftmals beide, hier ausgebildet, bei fünf auch schon die Großeltern. Über 200 Flad-Ehen sprechen ebenfalls für sich.

Das extrem niedrige Schulgeld von 105 € pro Monat beinhaltet sämtliche Zusatzangebote des Instituts. Im Rahmen des Förderprogramms "Studiere gleich und zahle später" gewährt der Verein der Freunde des Instituts Dr. Flad e.V. auf Antrag ein zinsloses Darlehen, das erst nach der Ausbildung in kleinen Raten zurückgezahlt werden braucht. Bei überdurchschnittlichen Leistungen wird es teilweise oder sogar ganz in ein Stipendium umgewandelt. Auch eine bestimmte Anzahl Freiplätze stellt das Institut zur Verfügung - denn am Geld soll die Ausbildung nicht scheitern!

Man könnte noch viel über das Institut Dr. Flad berichten, über dieses staatlich und international anerkannte Berufskolleg, das bisher rund zwei Millionen Liter destilliertes Wasser im Unterricht verbraucht hat und etwas versteckt in der Breitscheidstraße im Westen zuhause ist. Machen Sie sich doch einmal selbst ein Bild, vielleicht bei einem der regelmäßig stattfindenden Experimentiersamstage oder PTA-Schnuppertage für Jugendliche oder dem Berufsinformationstag ("Tag der offenen Tür"), bei dem Schüler und Schülerinnen der Schule einen Einblick in die vielfältigen und interessanten Arbeiten der Chemisch-technischen, Pharmazeutisch-technischen oder Umwelttechnischen Assistenten bzw. einer Assistentinnen geben. Der nächste ist am Samstag, 12. November, von 9 bis 13 Uhr. Informationen über die Schule in der Breitscheidstr. 127 finden Sie auch im Internet unter www.chf.de.

Lesen Sie dazu auch:
60 Jahre Institut Dr. Flad

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Festabend am 30. September 2011
v.l.n.r.:
Prof. Klaus Müllen, GDCh-Präsident 2008 - 2009
Prof. Michael Dröscher, GDCh-Präsident 2010 - 2011
Prof. Dieter Jahn, GDCh-Präsident 2006 - 2007
Bild: Rolf Kickuth
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