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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
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Privatschulen bieten viel fürs Geld
Keine Konkurrenz, sondern Ergänzung zum Angebot in öffentlicher Trägerschaft

Die Welt vom 22.03.2003

An der Schule in Neckargemünd gehört Gemeinschaft zum Alltag: "Hier machen Behinderte und Nichtbehinderte in einer Klasse Abitur", beschreibt Stefan Albert das Miteinander. Die Schule, die er vertritt, trägt den Namen des Physikers Stephen Hawking - und hat sich die Rolle des Stars der Wissenschaft zum Programm gemacht: Hawking leidet an einer unheilbaren Muskelkrankheit, zählt aber dennoch zur weltweiten Bildungselite.
Die Stephen Hawking-Schule ist nur ein Beispiel von vielen. Die Kombination aus Realschule, Gymnasium und Internat liegt in privater Hand. "Privatschulen decken einen Bedarf ab, der von den Angeboten in öffentlicher Trägerschaft nicht ausreichend befriedigt wird", beschreibt Klaus Vogt vom Verband Deutscher Privatschulen, Landesverband Baden-Württemberg, die besondere Rolle seiner Mitglieder. Deren Angebote gehen in zweierlei Richtung - Ersatzschulen und Ergänzungsschulen. Die Ersatzschulen sind zum Beispiel Gymnasien und Realschulen wie etwa die Abendrealschule Singen, die Freie Waldorfschule Wahlwies oder die Goethe-Schule in Pforzheim. Sie bieten staatlich anerkannte Schulabschlüsse: sie führen ihre Schüler zum Abitur, zum Hauptschul- oder Realschulabschluss. "Ihr Angebot tritt an die Stelle eines öffentlichen Angebots", so Vogt. Für ihre Leistung erhalten sie in geringem Maße Zuschüsse vom Staat, weil sie Pflichtschulplätze anbieten. Die Regel ist allerdings, dass zur Deckung aller Kosten zusätzlich auch Schulgeld bezahlt werden muss.
So auch in Neckargemünd: 230 Euro im Monat zahlen die Schüler an der Stephen Hawking-Schule, wenn sie nur den Unterricht besuchen. Nutzen sie überdies die Dienstleistungen des hauseigenen Internats, so betragen die Gebühren pro Monat auf 1250 Euro. Doch dafür werden viele Extras geboten.

Die zweite Säule des privaten Schulwesens sind die Ergänzungsschulen. "Sie liefern Angebote, die die öffentlichen Träger nicht abdecken", beschreibt Vogt deren besondere Rolle. Beispiel: eine Schule in Neuenbürg. An der staatlich anerkannten Schule für Podologie werden Fußpfleger ausgebildet. Die Kurse in der medizinischen Fußbehandlung dauern zwei Jahre (monatlich Gebühr von 360 Euro) und führen zu einer staatlichen Abschlussprüfung. "Diese Form der Ausbildung gibt es nur an privaten Schulen. Wir sind eine typische Ergänzungs-Schule", sagt Georg Birkner, Geschäftsführer beim Schulträger, der Helmut Ruck GmbH, Neuenbürg.
An einer anderen Ergänzungsschule werden zum Beispiel Chemisch-Technische Assistenten (CTA) ausgebildet: Das Institut Dr. Flad ist ein Berufskolleg für Chemie-, Pharmazie- und Umwelt-Technikassistenten (PTA, UTA). Die Ausbildung dauert zwei Jahre - als privater Dienstleister könne die Schule einiges bieten, was über das übliche Pflicht-Curriculum hinaus gehe, sagt Institutsleiter Wolfgang: "Wir bieten mehr Pflichtstunden, mehr fakultative Stunden, Arbeitsgemeinschaften und internationale Umweltprojekte."
Die Privaten kommen auch Nischen-Bedürfnissen entgegen. "Es werden selbst Spezialinteressen wie etwa Asienmanagement bedient", sagt Vogt. Die Akademie für Betriebswirtschaft und Welthandelssprachen (ABW) in Stuttgart deckt diesen Bedarf ab. Eine andere Schule bietet eine Ausbildung für Radiojournalisten, Betreiber ist die Internationale Fachschule für Medien, Bruchsal. Insofern sieht Vogt die Ersatz- und Ergänzungsschulen nicht in Konkurrenz: "Wir haben ein pluralistisches Bildungssystem. Die Bildungsträger aus privaten und die aus öffentlichen Händen wirken nebeneinander und ergänzen sich."