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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

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Von Johannes Brahms bis Glenn Miller

Stuttgarter Saloniker, Das Orchester der unbegrenzten Möglichkeiten

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 19.00 Uhr
Festabend für geladene Gäste im Marmorsaal im Weißenburgpark, Bopser Stuttgart

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Von Johannes Brahms bis Glenn Miller

Stuttgarter Saloniker - Das Orchester der unbegrenzten Möglichkeiten

Ausklang mit Auszeichnung
Die 14. Stuttgarter Chemietage neigten sich mit einem beschwingten Festabend dem Ende zu - und einer Auszeichnung für das Institut als VDP Europaschule.

Die Feierlichkeiten fanden im Marmorsaal des Stuttgarter Weißenburgparks statt, einem Schmuckstück aus der Zeit des Jugendstils - und das nicht ohne Hintergrund. Denn der Marmorsaal bot für diesen Festabend der Stuttgarter Chemietage einen perfekten thematischen Rahmen. Wurde er doch im Jahre 1913 von einem Stuttgarter Chemiker und Waschpulverfabrikanten erbaut: Dr. Ernst von Sieglin. Dieser verdiente damals mit "Dr. Thomsons Waschpulvermarke Schwan" (gehört heute zum Henkel Konzern) sein Geld. Apropos Schwan. Die musikalischen Begleiter des Abends, die Stuttgarter Saloniker, griffen die semantische Vorlage auf und begannen ihren Reigen aus der Zeit natürlich mit dem Lied "Der Schwan". Das Original von Camille Saint Saens in einer Fassung aus den 20ern löste großes Erstaunen aus, was bei den Stuttgarter Salonikern kein Wunder ist, handelt es sich doch hier um "Das Orchester der unbegrenzten Möglichkeiten".

Ausklang mit einem chemisch-musikalischen Gesamtkunstwerk Die Moderation von Kapellmeister Patrick Siben spannte den Bogen zwischen der Chemie und der Salonmusik der Zwanziger, wie sie im Marmosaal seinerzeit tatsächlich gespielt wurde. Jahrhundertwende-Ambiente, Jugendstil, Chemie und noch die passende Musik - was will man mehr? Der Abend verwob das Lebenswerk von Johannes Brahms (1833-1894) mit dem von Alfred Nobel (1833-1896) oder das von Richard Strauß (1864-1949) mit Walther Nernst (1864-1941). Heraus kam ein chemisch-musikalisches Gesamtkunstwerk, kurz: eine explosive Mischung. Das Salonorchester und der quirlige Moderator Patrick Siben reisten auf den Spuren der mondänen Gründerzeiten des Waschpulverfabrikanten Ernst von Sieglin durch die Jahrhundertwende und die Goldenen Zwanziger bis in die Fünfziger: Strausswalzer der späten k.u.k. Monarchien wurden ebenso dargeboten wie Charakterstückchen des Bürgerlichen Salons und mitreißender Swing der frühen Republik.

Auszeichnung als VDP Europaschule

Unterbrochen wurde der musikalische Reigen nicht nur von gehobenen kulinarischen Leckerbissen, sondern vom Landesvorsitzenden des Verbands Deutscher Privatschulen, Andreas Büchler. Dieser würdigte das internationale Engagement des Instituts mit der Auszeichnung zur "VDP Europaschule". Überflüssig zu erwähnen, dass das Institut die erste Privatschule in Baden-Württemberg ist, der diese Auszeichnung zuteil wird. Um nicht den Rahmen der Veranstaltung zu sprengen, zählte Büchler in seiner Rede lediglich die wichtigsten internationalen Auszeichnungen des Institutes auf: 2006 zum wiederholten Mal GLOBE-Schule des Jahres, bereits zum dritten Mal als offizielles Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet usw. Das Institut hat den Grand Prix Chimique ins Leben gerufen und anschließend mehrfach gewonnen. Schüler aus 55 Ländern haben am Institut ihren Abschluss gemacht. Es versteht sich von selbst, dass man am Institut auch eine internationale Abschlussprüfung machen kann. Andreas Büchler würdigte die großartige Themenvielfalt über die reine Chemie hinaus, wie man sie von einer naturwissenschaftlich orientierten Schule so gar nicht erwarten würde. Mit seinen persönlichen Worten bezeichnete Büchler Institutsleiter Wolfgang Flad daher als großen Pädagogen, der seine Schüler weit über den Tellerrand des Fachlichen hinaus blicken lässt.

Das Orchester der unbegrenzten Möglichkeiten

Danach verabreichten die Stuttgarter Saloniker ihrem Publikum wieder stimmungsvolle Salonmusik in kleinen Dosen, skizzierten das Umfeld von Sieglin, Linus Carl Pauling sowie dem unvergessenen Glenn Miller und malten es mit heiteren, beschwingten Klängen aus. Von Carmen über Brahms’ Ungarischen Tanz Nr. 5 bis hin zu Millers "Pennsylvania 6-5000". Das Publikum wurde Zeuge eines Experiments. Es lautete "Wie bringt man einen Saal mit ‚nüchternen Chemikern’ zum Kochen?" und wurde von den Stuttgarter Salonikern erfolgreich durchgeführt. Einerseits mit solistisch-luftiger Nuanciertheit, andererseits mit "orchestralem Sound", leichte Canapées in musikalischer Form, gewürzt mit hintersinnigen Moderationen. Ebenso legendär die Zugabe "Bis früh um Fünfe" von Paul Lincke, dem Vater der deutschen Operette. Ein solcher "Gassenhauer" in diesem einzigartigen historischen "Rauchersalon" - Zeitzeugen von damals hatten Tränen in den Augen. Der Kulminationspunkt einer "rauschenden Festnacht", die erst spät ihr Ende fand...

Christian Born

 

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