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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
EARTH DAY 2010

Die USA im Ölschock - Antrieb für ein Umdenken in der US-Umweltpolitik?

Earth Day Vortragsveranstaltung mit Diskussion
Dienstag, 13. Juli, um 11:00 Uhr im Institut Dr. Flad

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Wolfgang Flad, Schulleiter am Institut Dr. Flad
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Thomas Dannenmann, Präsident Earth Day International Deutsches Komitee e.V.
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Dr. Dale G. Medearis, Senior Environmental Planner der Northern Virginia Regional Commission

Unter dem Motto "Earth Day is every day" hatte das Institut Dr. Flad am 13. Juli 2010 in Stuttgart zu einem Diskussionsforum zum aktuellen Stand der Klimapolitik in den USA eingeladen. Direktor Wolfgang Flad würdigte das Engagement des US- Umweltexperten Dr. Dale G. Medearis, (Dr. Phil., Environmental Design and Planning/MA Geographic Science) als Pionier für die transatlantische Zusammenarbeit auch in der Region Stuttgart und Nord Virginia. Bereits im Jahr 1998 hatte Dale Medearis an dem Earth Day in Stuttgart aktiv teilgenommen. Unter reger Beteiligung der Besucher im großen Hörsaal des Instituts Dr. Flad gab der Referent einen Überblick zur neuesten Entwicklung in der Umweltpolitik der USA und zeigte Beispiele aus der lokalen Umsetzung "grüner Konzepte" z.B. im Bundesstaat Virginia auf.

Dr. Dale Medearis ist leitender Umweltplaner des Regierungspräsidenten von Nord Virginia (NVRC), wo er die regionalen Klima- und Energieprogramme leitet, sowie internationale Umweltpartnerschaften im Rahmen der "European Network of Metropolitan Areas und Regions" (METREX) initiiert. Er gehört zu den Gründern der "Transatlantic Climate Bridge" zwischen dem Bundesstaat Virginia und dem deutschen Bundesumweltministerium. Vor seiner Tätigkeit im NVRC war Dale Medearis 20 Jahre in der internationalen Abteilung der Umweltbundesbehörde der USA (Environmental Protection Agency, EPA) als Programmleiter für Westeuropa und städtische Umweltprogramme tätig.

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Am Beispiel der Region Fairfax, Virginia wurde deutlich, wie anhand einer umfassenden lokalen, umweltpolitischen Strategie im Verkehrswesen, in der Raumordnung und in der Klima- und Energiepolitik nachhaltige Veränderungen erreicht werden können. Dale Medearis gab dabei dem transatlantischen Dialog und dem Einsatz deutscher Technologie eine Schlüsselrolle. Entscheidend dabei ist die Überzeugung des amerikanischen Steuerzahlers, dass die internationale Kooperation sich lokal auswirkt und damit lohnt. Energieeffizienz durch Technologie aus Deutschland muss sich rechnen. "Best Practices und Innovation" sollen zum Einsatz kommen. Es geht um die Verwirklichung nachhaltiger Umweltziele.

Die Region Nord Virginia plant für einen Zugang von rund 500 000 neuen Einwohnern. Hierfür hat sich die lokale Umweltpolitik ehrgeizige Ziele gesetzt. Dabei spielt die Festlegung von effizienten Referenzwerten ein deutliche Rolle. Die Energieeffizienz bei Neubauten soll ab 2011 um 30 Prozent verbessert werden. Alle vier Jahre soll der Effizienzfaktor um 4 Prozent steigen. Die Altbausanierung wird vorangetrieben. Zielvorgabe sind 25 Prozent Effizienzsteigerung. In der Energieversorgung setzt die NVRC auf Erdgas (100 MW bis 2040) und Solartechnologie ( 25 MW bis 2016 und 100 MW bis 2040). Das Schienennetz für den Nahverkehr soll ausgebaut werden und die Zersiedelung durch neue Konzepte für städtisches Wohnen, Arbeiten, Begrünung und landwirtschaftliche Nutzung zurückgeführt werden. Deshalb gilt es mehr denn je den Faktor Mobilität an urbane Bedürfnisse anzupassen. Ein modernes Straßenbahnnetz- so ist die Vision- kommt in Zukunft innerstädtisch zum Einsatz. Regionen aus Deutschland wie Stuttgart oder Freiburg dienen hier als Beispiel. Deutsche Firmen aus der Branche der erneuerbaren Energien haben sich im Wettbewerb lokal und regional in Nord Virginia, aber auch in anderen Bundesstaaten durchgesetzt. Für Dale Medearis bedeutet die überzeugende Umsetzung lokaler Konzepte mit Hilfe transatlantischer Partnerschaft (vor allem deutscher Initiativen) auch Überzeugungsarbeit auf bundesstaatlicher und nationaler Ebene.

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Wie reagieren die US Bürger auf die Umweltschäden nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko? Dale Medearis erinnert an die Ölkatastrophe in Kalifornien im Sommer 1969 in Santa Barbara, verursacht durch ein Leck in einer Bohrinsel vor der Sonnenküste Kaliforniens. Damals entstand zum ersten mal eine Umweltbewegung in den USA, die bis in die politischen Instanzen hinein wirkte. Wenige Monate später initiierte der US Senator Gaylord Nelson spontan den ersten Earth Day am 22. April 1970. Er fand an den Universitäten überall in den USA schnell Anhänger für diese Idee. Zum Vergleich: Der Ölschock des Jahres 2010 lähmt die Handlungsfähigkeit der US Regierung. Die US Bürger fühlen sich einer Technik ausgeliefert, die sie nicht selbst beherrschen können. Kann US-Präsident Obama jetzt seine ehrgeizigen Pläne für eine Energiewende durchbringen und den Wandel in der Klimapolitik erreichen? Kein Zweifel, er wird es versuchen. Schon vor der Ölkatastrophe hat seine Regierung 70 Milliarden Dollar für die Entwicklung von sauberen und effizienten Energien bereitgestellt. Deutsche Firmen konnten sich immerhin rund 360 Millionen Dollar aus dem nationalen Förderprogramm sichern. Das war weit mehr als an die Firmen anderer Länder wie China und Indien geflossen sind. Was übrig bleibt von Obamas Vorhaben angesichts Wirtschaftskrise und Gesundheitsreform ist offen. Doch der Druck auf die Gesetzgebung wächst. Im Wettbewerb um den Einsatz erneuerbarer Energien können US- Firmen mit politischen Rückenwind an Boden gewinnen. Die Hinwendung zu einer neuen und sauberen Energiegewinnung habe das Potenzial die US Wirtschaft voranzubringen, sagte Obama in seiner Fernsehrede zum Öl- Desaster. "Aber dann müssen wir diesen Augenblick nutzen." Neue Jobs können entstehen, wie das Beispiel Deutschland zeigt.

Thomas Dannenmann

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größer Der Referent:
Dr. Dale G. Medearis, (Dr. Phil, Environmental Design and Planning/ MA Geographic Science) ist Senior Environmental Planner der Northern Virginia Regional Commission in Fairfax, Virginia. Von 2005 bis 2007 war er an führender Stelle in der US- Environmental Protection Agency (EPA) als Programm Manager West Europa und Mittlerer Osten tätig. In zahlreichen Publikationen hat sich Dr. Medearis mit der Planung und strategischen Umsetzung nachhaltiger Energie- und Klimapolititk auseinandergesetzt. Viel beachtet ist eine seiner letzten Veröffentlichungen: "Looking Beyond Copenhagen - Sub National Governments as Transformers of Energy, Climate and Transatlantic Policies". (Erschienen bei Heinrich Böll Stiftung, Washington,D.C.)

Gemeinsame Veranstalter waren Earth Day International/Deutsches Komitee, das James-F.-Byrnes-Institut und das Institut Dr. Flad.

Earth Day International/Deutsches Komitee  James-F.-Byrnes-Institut  Institut Dr. Flad
 

Earth Day-Jahres-Motto 2010:
Wir haben Lust auf grüne Zukunft!
Wir wollen klug verbrauchen, um nachhaltig zu leben!

» zum Earth Day 2010 in Deutschland

 

Unsere usrprünglich für den Earth Day geplante Veranstaltung mit dem US- Experten Jeremy Symons musste wegen dem naturgewaltigen isländischen Vulkanausbruch und der darauf folgenden Flugsperre über Europa verschoben werden - unser "Starreferent" konnte nicht fliegen.
» Vortrag von Jeremy Symons am 28.09.2010 im Institut Dr. Flad