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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Peter Spiegel zu Gast im Institut

14. Dezember 2012

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Peter Spiegel: Eine bessere Welt unternehmen
Innovationen im Bildungsbereich

Vor wenigen Wochen zeichnete die Deutsche UNESCO-Kommission das Institut Dr. Flad zum fünften Mal in Folge für sein Engagement in Sachen "Bildung für nachhaltige Entwicklung" aus. Neben der Verankerung des Prinzips der Nachhaltigkeit im Unterrichtsalltag bereichern auch Vorträge die berufliche Ausbildung. Einer der Referenten, Peter Spiegel, setzt sich seit vielen Jahren für eine ökosozial nachhaltige Gestaltung der Globalisierung ein. Als Leiter des Berliner GENISIS Institute for Social Business and Impact Strategies sowie als Autor bzw. Herausgeber von mehr als 25 Büchern beschäftigt er sich intensiv damit, wie weltweit Frieden, Freiheit und Wohlstand für alle Menschen erreicht werden kann. Bei seinem dritten Besuch im Institut machte der "Weltverbesserer", wie er sich selbst bezeichnet, klar, dass der Schlüssel hierfür im Bildungsbereich liegt. Die hohe Dynamik der Weltwirtschaft zwingt zum Umdenken. In den Industrienationen sind Bildungsinnovationen dringend notwendig. Die Ergebnisse der PISA-Studien, trotz aller berechtigter Einwände, sprechen für sich. Länder der sogenannten Dritten Welt, bzw. Kolumbien und Nepal, sind eigene Wege in der Bildungspolitik gegangen und zeigen sich heute kreativer als die viel reichere Bundesrepublik. Auf die Landbevölkerung zugehen, auf ihre Bedürfnisse eingehen, sie motivieren, sie alphabetisieren, Genossenschaftsbanken gründen: der Erfolg ist nachhaltig. Not macht erfinderisch, so Peter Spiegel, der auf das Beispiel Württembergs verwies. Der einst bettelarme Landstrich ist eine der wohlhabendsten Regionen Europas geworden, weil früh erkannt wurde, wo die Stärken und Ressourcen der Bauern lagen und wo Reformen dringend nötig waren.

Die Bereitschaft für Veränderungen, für Innovationen, wächst, wenn man auf Vorbilder zurückgreifen kann. Zwei Beispiele stellte Peter Spiegel den Schülern vor: Die Lehrer der Berliner Rütli-Schule hatten vor etlichen Jahren eine Art Bankrotterklärung abgegeben. Wegen miserabler Umstände an der Schule konnten bzw. wollten sie nicht weiter unterrichten. Seit grundlegende Reformen durchgeführt wurden, gilt die Rütli-Schule als Vorzeigeprojekt. Auch die Evangelische Schule Berlin-Zentrum ist unter der Leitung von Margret Rasfeld mit dem Kollegium und den Schülern eigene Wege gegangen. Gemäß der Individualpsychologie Alfred Adlers strebt der Mensch einerseits nach Freiheit, andererseits sehnt er sich nach Gemeinschaft mit anderen. Innerhalb dieser Pole finden Lernprozesse statt. Gibt es Vorbilder in Sachen soziale Kompetenz, Motivation, Sinnhaftigkeit des Tuns, ist es sehr wahrscheinlich, Nachahmer zu gewinnen. EduAction: Anstelle des Nürnberger Trichters rückt das Lösen von Problemen in den Mittelpunkt. Auf die Frage, welches Schulfach der Referent selbst einführen würde, kam prompt "Verantwortung". Warum sollen nur Lehrer unterrichten? Dass es auch umgekehrt geht, zeigt die Evangelische Schule Berlin-Zentrum. Dort haben Schüler inzwischen mehr als 3.000 Lehrer fortgebildet; Schüler fungieren als Sprachbotschafter. Anderswo agieren sie als Klimabotschafter (Plant for the Planet). Bildungsinnovationen, Bildungsrevolutionen gelingen dann, wenn Motivation/Begeisterung kombiniert wird mit Gemeinschaftserlebnissen, basierend auf den Erfahrungen von Vorbildern. Es gilt also, Bildung in die eigenen Hände zu nehmen, trotz aller Widrigkeiten der eigenen Biografie, es gilt, sich eigene Freiräume zu schaffen und gleichzeitig die Gemeinschaft mit anderen als wertvoll und unverzichtbar zu schätzen.

Anschließend an das Referat hatten die Schüler Gelegenheit, Fragen an Peter Spiegel zu stellen. Finanzierungsproblem, chinesische Herausforderung und staatliche Vorgaben wurden u.a. angesprochen. Zu Letzterem gab Schulleiter Wolfgang Flad ein eindeutiges Statement ab:" Bildungspolitiker regulieren oft zu Tode." Als Ansporn gab Peter Spiegel seinen zahlreichen Zuhörern seine Überzeugung mit auf den Weg: "Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg." Die fünfte Auszeichnung durch die Deutsche UNESCO-Kommission bestätigt dies.

Zur weiteren Vertiefung:

www.roadshow-lernlust.de
www.bildungsstifter.de
www.schule-im-aufbruch.de

Angela Schmitt-Bucher