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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
PTA-Fortbildung am Institut Dr. Flad
Sinn und Unsinn bei Diäten zur Gewichtsreduktion
   (03/2000)

Am 16. Februar fand am Institut Dr. Flad erneut eine kostenlose PTA-Fortbildung im Rahmen der "Stuttgarter Kurse" statt. Ein Thema, das bei der Beratung in der Apotheke immer wieder hochaktuell ist: "Sinn und Unsinn bei Diäten zur Gewichtsreduktion".

Wie oft wird in der Apotheke eine "hilfreiche Hand" gesucht, wenn es um die Frage des Abnehmens geht. Um den Kunden aus dem "Dschungel" der Diäten herauszuhelfen und für den jeweiligen Kunden auch die richtige Diät zu finden, verpflichtete das Institut eine Expertin auf diesem Gebiet: Frau Dr. Eva-Maria Schröder aus Tutzing. Sie arbeitete schon an mehreren namhaften Instituten und hat auch schon ein Buch zu diesem Thema herausgebracht: "Kinder lasst die Pfunde purzeln". Darin gibt sie Tipps, wie Eltern ihren Kindern das Loswerden überflüssiger Pfunde erleichtern können. Auch für Erwachsene, die etwas gegen ihr zu hohes Gewicht tun wollen, hat sie viele Tipps parat.

Aber zuerst nannte sie den erstaunten Zuhörern ein paar bemerkenswerte Zahlen: rund 50 Prozent der Deutschen sind übergewichtig, d.h. in bestimmten Altersgruppen jeder 2. Erwachsene und jedes 5. Kind. Die Folgekosten für das deutsche Gesundheitswesen betragen über 20 Milliarden EUR pro Jahr.

Wenn einmal die Entscheidung gefallen ist, die überflüssigen Pfunde loszuwerden, stellt sich die Frage nach der richtigen Methode. Hier sollte die Apotheke kompetent beraten können und dem Kunden auch von unsinnigen oder gefährlichen Methoden abraten. Um eine Diät beurteilen zu können, nannte Frau Dr. Schröder einige Kriterien: Zur Sicherung der Nährstoffversorgung bei negativer Energiebilanz sollte die Ernährung fettarm, natürlich energiereduziert, kohlenhydrat-, ballaststoff- und vitaminreich sein. Ebenfalls unerlässlich ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (etwa 2 Liter, natürlich kalorienfrei).

Schließlich sollte auch ein sogenannter "Lerneffekt" vorhanden sein, denn sonst tritt nach Ende der Diät der sog. Jo-Jo-Effekt auf. Auch bei den vielfach angepriesenen Wunderpillen ist nur eines garantiert: schlanker wird auf jeden Fall der Geldbeutel des Käufers. Und auch die medikamentöse Therapie ist nur in Zusammenhang mit einer Ernährungsumstellung sinnvoll.

Ein paar nützliche Tipps können das Abnehmen enorm erleichtern: Das Ziel sollte realistisch sein (etwa 500 bis 1000 g Gewichtsverlust pro Woche), es sollten täglich mind. 2 Liter kalorienfreie Flüssigkeit getrunken werden, Obst und Gemüse sollten bevorzugt werden, Fett sollte möglichst vermieden werden. Es sollten am besten 5 mal am Tag kleinere Mahlzeiten eingenommen werden (das hält den Blutzuckerspiegel konstant und beugt Heißhunger vor), das Körpergewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden (2 mal die Woche reicht völlig aus) und die körperliche Aktivität sollte gesteigert werden (am besten durch Ausdauersportarten).

Der Kunde oder die Kundin sollte immer daran denken, dass das Übergewicht im Laufe von Monate und Jahren entstanden ist und es auch lange dauern kann, das Gewicht zu reduzieren. Geduld ist also sehr wichtig!

Mit Hilfe der oben genannten Kriterien ist in der Apotheke wirklich eine kompetente und herstellerneutrale Beratung möglich, die den Kunden in seiner Absicht unterstützen kann.

Vielen Dank an Frau Dr. Schröder für den interessanten Abend und natürlich auch vielen Dank an das Institut Dr. Flad für die Durchführung des Kurses. Hoffentlich folgen noch viele weitere Abende wie dieser.

Anja Mußler
ehemalige PTA-Schülerin am Institut Dr. Flad