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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
Die Sieger stehen fest - Preisverleihung "Umweltfreundlicher Chemieunterricht 1998" Baden-Württemberg fand im Balkonsaal auf Schloß Hohenheim statt   (11/98)

Einladung zur Preisverleihung

Stuttgart-Hohenheim, 18. November 1998: "Problemstoffe im Chemieunterricht vermeiden, vermindern oder verwerten", das war die zentrale Aufgabe für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im bundesweit ausgeschriebenen 4. Wettbewerb "Umweltfreundlicher Chemieunterricht" gewesen. Viele kreative und hochmotivierte Schüler-Lehrer-Teams hatten teilgenommen - jetzt stehen die Gewinner dieses naturwissenschaftlichen Wettbewerbs unter der gemeinsamen Schirmherrschaft der Ministerien für Umwelt und Verkehr sowie für Kultur, Jugend und Sport Baden-Württemberg fest. Die Präsidentin der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, Margareta Barth, zeichnete Franz Hetzer, Lehrer am Tassilo-Gymnasium Simbach, Martin Ratermann, Lehrer an der Liebfrauenschule in Vechta und das Schüler-Lehrer-Forschungsteam Mike Feigl, Tobias Weinert und Helge-Björn Sawal, Lehrer vom Friedrich-Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen bei Berlin im Balkonsaal von Schloß Hohenheim für ihre didaktisch wertvollen, fächerübergreifenden Projekte im Chemieunterricht aus.

Feierlich umrahmt durch die stilvolle Musikdarbietung der Lehramtskandidaten für Chemie und Musik Thomas Epple am Klavier und Klarinettensolist Helmut Hammerl, maß Professor Dr. Klaus Macharzina, Präsident der Universität Hohenheim, in seiner Begrüßungsrede der Nachhaltigkeit des umweltverträglichen Handelns für eine lobenswerte Zukunft höchste Bedeutung zu. Wie ein grüner Faden ziehe sich diese Grundeinstellung durch Forschung, Lehre und Studium an der Universität Hohenheim und erfahre u.a. durch den in Zusammenarbeit mit dem Institut Dr. Flad initiierten Wettbewerb "Umweltfreundlicher Chemieunterricht" erfreulich große Resonanz. Die Präsidentin der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, Margareta Barth, unterstrich nachfolgend in ihrer Laudatio auf die Sieger des Wettbewerbs die Notwendigkeit, die Probleme und Risiken innerhalb der technologischen Anwendung zu minimieren und sprach sich für ein Umlenken der Rohstoffströme in die Wiederverwertbarkeit aus. "Schülerinnen und Schüler sollen Chancen und Nutzen der Chemie kennenlernen und Interesse für dieses faszinierende Thema entwickeln. Kaum ein Bereich ist so geeignet, das Denken in Zusammenhängen und Kreisläufen zu vermitteln, wie der Chemieunterricht, dort wird analytisches Denken mit ganzheitlichem Planen und Handeln verbunden", so Margareta Barth.

Vor der Preisverleihung konnte Professor Dr. Hans-Joachim Altenbach, der Vorsitzende der Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker von der Universität-Gesamthochschule Wuppertal in seinem Grußwort den zahlreichen Studenten und Schülern im Auditorium beste Berufsaussichten bescheinigen. Ab dem Jahr 2000 stünden dem nachhaltigen Bedarf an qualifizierten Chemikern nur rund zwei Drittel der benötigten Fachkräfte zur Verfügung. "Allerdings", so Professor Dr. Altenbach, " ist es derzeit äußerst beklagenswert, daß beispielsweise der Lehrplan an Gymnasien mancherorts maximal zwei Stunden Chemie vorsieht, obwohl der gesellschaftliche Auftrag der Lehrkräfte im Bereich der Chemie nicht nur die Ausbildung, sondern auch die naturwissenschaftlich orientierte Umwelterziehung beinhaltet".

Der bunte Kreis des Rahmenprogramms der Preisverleihung schloß sich mit dem Festvortrag von Frau Dr. Gisela Lück, sie überraschte mit ihrer Langzeitstudie "Was Kinder schon immer über Chemie wissen wollten". Dr. Gisela Lück von der Universität Kiel hatte außerhalb der üblichen Bildungskanäle in verschiedenen Kindergärten einfache chemische Experimente durchgeführt und bewußt dazu für die 5 - 6-Jährigen attraktive Alternativprogramme geboten. Verblüffend für alle Zuhörer im Balkonsaal des Hohenheimer Schlosses: 60 Prozent der Kinder hatten sich trotz sommerlicher Temperatur und Plantschbeckenangebot für das Löschen einer Kerze durch Luftentzug oder beispielsweise für die Mischbarkeit von Flüssigkeiten entschieden. Überzeugender Beweis auf Zelluloid zum Amüsement der hochrangigen Gäste, die "Probanden" hatte es förmlich von den Stühlen gerissen und auf die Tische im Kindergarten gezogen. Verständlich für alle, daß dann die Preisverleihung innerhalb des Wettbewerbs "Umweltfreundlicher Chemieunterricht" in eher gelockerter Atmosphäre stattfand.

In Vertretung des Ministers für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg zeichnete die Präsidentin der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg aus:

  • Franz Hetzer für seine Arbeit über die lösemittelfreie Durchführung einer gängigen Nachweisreaktion aus dem Chemieunterricht. Verzicht auf Diethylether, Minimierung des Ammoniakverbrauchs.
  • Martin Ratermann für eine Versuchsreihe zur Aromatenchemie, bei der durch sehr geringe Chemiekonzentrationen Sicherheits- und Abfallprobleme minimiert wurden.
  • Helge-Björn Sawal mit den Schülern Mike Feigl und Tobias Weinert für das Projekt "Untersuchung von Münzen mit geringstem Chemikalieneinsatz".

Das Schüler-Lehrer-Team Sawal/Feigl/Weinert erhielt als Preis eine mehrtägige Informationsreise in die Chemieindustrie und konnte zusätzlich auch den Sonderpreis des Pädagogischen Zeitschriftenverlags Berlin von EUR 1000,- aus den Händen des Geschäftsführers Dr. Ortner entgegennehmen.

Wenn Schüler mit ihrem Lehrer fächerübergreifende Projekte in Angriff nehmen, liefern sie für viele andere wertvolle und interessante Anregungen. Letztendlich bewies auch die 4. Runde des Wettbewerbs "Umweltfreundlicher Unterricht", welches weite Feld es im Schulfach Chemie trotz Stundenplankürzungen noch zu erforschen gilt.

Das Beiheft zum Wettbewerb Umweltfreundlicher Chemieunterricht 1998 ist erschienen und kann im Institut Dr. Flad angefordert werden.