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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Schüleraustausch: zu Besuch im Lycée Jean Rostand in Straßburg

19.-22. Oktober 2004

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Als fester Bestandteil des Zusatzangebotes am Institut Dr. Flad bestand auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, an einem Schüleraustausch mit unserer französischen Partnerschule (Lycée Jean Rostand in Straßburg) teilzunehmen.

Mit einer kleinen Gruppe von 5 Leuten (einschließlich Dr. Ulrike Flad als Begleitung) fuhren wir mit der Bahn am 19. Oktober 2004 in Richtung Straßburg, wo wir von der Tochter des betreuenden Lehrers (Prof. Mathis) herzlich empfangen und zu einem Kaffe in einer typisch französischen Brasserie eingeladen wurden. Unsere französischen Austauschschüler lernten wir erst im Lycée kennen und bekamen bei einem gemeinsamen Mittagessen erste Einblicke in das französische Schulsystem. Am Nachmittag hatten wir die Möglichkeit, mit dem Schiff die Stadt zu erkunden, die vor allem durch den nahtlosen Übergang von historischen Gebäuden bis hin zu modernen Einrichtungen wie dem Europaparlament überzeugt und trotz ihrer Größe nichts an dem Charme der malerischen elsässischen Gegend verliert.

Zusammen mit unseren Gastgebern verbrachten wir den Abend und hatten nun auch die Gelegenheit etwas über den schulischen Alltag zu erfahren. Rund 10 % der Schüler sind im schuleigenen Internat untergebracht und teilen sich mit 3 bis 5 Mitschülern ein Zimmer. Von 18:15 Uhr bis 20:45 Uhr besteht Anwesenheitspflicht, die von der sogenannten "surveillante" (Aufpasserin) kontrolliert wird. Die Zeit wird genutzt, um Hausaufgaben zu erledigen oder um für eine anstehende Arbeit zu lernen. Die allgemein vorherrschende Strenge und Kontrolle innerhalb des Internates spiegelt sich auch in dem generellen Ausgehverbot nach 22 Uhr wieder. Sie wird jedoch von den Schülern als selbstverständlich betrachtet, sodass unser anfängliches Staunen und Kopfschütteln über gewisse Regeln nur mit einem Lächeln kommentiert wurde.

Am Mittwoch nahm die gesamte Klasse (ungefähr 30 Leute) unserer Austauschschüler an einem Ausflug ins benachbarte Saarland teil, wo wir das Weltkulturerbe "Völklinger Hütte" besichtigten und einen kleinen Einblick in die Funktionsweise des seit 1986 stillgelegten Stahlwerkes erhielten. Nachmittags nahmen wir eine Stunde am technischen Unterricht teil, bevor wir gegen Abend vom stellvertretenden Bürgermeister bei einem kleinen Umtrunk im prächtigen Saal des Rathauses empfangen wurden. Er gab uns einen kurzen historischen Überblick über die Bedeutung von Straßburg als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Kulturen und wusste einiges Wissenswertes über eben genannten Saal zu erzählen, in dem sich auch Gerhard Schröder und Jacques Chirac schon zu Gesprächen getroffen hatten.

Am 21. Oktober führte uns Monsieur Mathis durch die Schule, die mit über 2000 Schülern mit unserem familiären Institut kaum zu vergleichen ist. Als "lycée technique" (= technisches Gymnasium) bietet sie den Schülern an, in verschiedenen Bereichen ihr Abitur zu absolvieren. Zur Auswahl stehen Chemie, Physik, Biologie, Kosmetik und Mode. Es gibt entsprechend viele verschiedene Laboratorien und Klassenräume, ebenso Geräte unterschiedlichster Art - angefangen vom Gaschromatograph in der chemischen Abteilung bis hin zu einem automatischen Schneidergerät für die Modeinteressierten. Nahtlos schließt sich eine Fachbibliothek an, die von den Schülern zur Recherche genutzt werden kann und über mehrere Computer mit Internetanschluss verfügt.

Im Anschluss machten wir zusammen mit Monsieur Mathis einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit bedeutender Kardinäle und Herrscher, die im "Palais du Rohan" gewohnt hatten. Das Museum erinnert mit seinen prunkvollen Sälen und Gemächern an ein Schloss und gibt detaillierte Einblicke in das verschwenderische, luxuriöse Leben seiner damaligen Besitzer.

Während unsere französischen Austauschschüler in der Schule über einem Test in Physik und Organischer Chemie brüteten, erkundeten wir am Nachmittag im Alleingang die Stadt und schlenderten durch die vielen kleinen Gassen bis hin zum Ufer der Ill. Bei unserem Aufenthalt durften ein typisch elsässisches Essen natürlich nicht fehlen, weswegen wir zusammen mit der ganzen Klasse am Abend zum "Flammekuche" eingeladen wurden.

Besonders interessant war für uns der Freitagmorgen, an dem wir am (organisch bzw. analytischen) Praktikum unserer Gastgeber teilnehmen durften. Mit einigen wenigen Ausnahmen gestaltet sich das Arbeiten im Labor ähnlich wie an unserem Institut. Auffallend ist jedoch, dass der Unterricht noch eher schulisch ausgelegt ist, während bei uns selbstständiges Arbeiten im Vordergrund steht. Mittlerweile hatten wir auch zu den anderen Mitschülern ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut, so dass uns der Abschied nach dem Mittagessen doch schwer fiel. Um es kurz zusammen zu fassen: der Aufenthalt in Frankreich hat nicht nur unsere Französischkenntnisse aufgebessert und uns etwas über die Lebensweise unserer Nachbarn vermittelt, sondern der Austausch hat uns in erster Linie auch sehr viel Spaß gemacht.

Kathrin Meisberger, LG 54

 

Gäste aus Straßburg zu Besuch im Institut Dr. Flad im November 2004     >>