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Green Chemistry:
13. Stuttgarter Chemietage weisen Wege in globale Zukunft

Freie Bildung und Erziehung, Ausgabe November 2007

Green Chemistry: 13. Stuttgarter Chemietage weisen Wege in globale Zukunft Bereits seit 1983 werden alle zwei Jahre die Stuttgarter Chemietage vom Institut Dr. Flad veranstaltet. Unter der Schirmherrschaft von Stuttgarts Oberbürgermeister treffen sich Chemiker aus Industrie und Forschung, Chemielehrer und Chemisch-technische Assistenten aus dem In- und Ausland sowie interessierte Schüler. Die diesjährigen 13. Stuttgarter Chemietage vorn 26. bis 29. September standen unter dem Motto "Green Chemistry - Nachhaltigkeit in der Chemie". Der Begriff meint insbesondere die gezielte Entwicklung chemischer Produkte und Prozesse mit dem Ziel, die Erzeugung und den Einsatz von umweltgefährdenden Substanzen zu verringern oder auszuschließen - und so die Zukunft zu sichern. Dr. Arnim Lühken von der Universität Oldenburg war mit seinem Vortrag "Green Chemistry" das Motto der Chemietage in Person. Darüber hinaus brachten jedoch viele Referenten zum Ausdruck, dass sich die Chemie generell mehr und mehr zu einer "Green Chemistry" entwickelt.

So dokumentierten vor allem Praktiker wie der Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Prof. Dieter Jahn, wie der Gedanke der Nachhaltigkeit in der Industrie bereits Eingang gefunden hat. Auch die übrigen Vorträge verdeutlichten, dass die globalen Probleme, die durch die exzessive Nutzung von Öl, Erdgas und Kohle entstanden sind, ohne die Chemie überhaupt nicht gelöst werden können. In ihren Beiträgen zu Themen wie Biogas, nachwachsende Rohstoffe oder Bauchemie wiesen die renommierten Referenten nach, wie eng die Erkenntnisse der Chemie mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz zusammenhängen. Die Stuttgarter Chemietage verstehen sich aber nicht nur als Plattform für aktuelle Forschungstrends und "Brennpunkt-Themen" der Chemie, sondern auch für deren didaktische Vermittlung im Unterricht: So standen Themen wie das nachhaltige Arbeiten im Chemieunterricht, umweltfreundliches Experimentieren oder der bessere Zugang zum Fach durch Heimexperimente auf dem Programm. Auch interessante neue Bildungs- und Erlebniskonzepte wie das "Science House" in Rust bei Freiburg wurden vorgestellt.

Gesellschaftlicher Höhepunkt war der Festabend für geladene Gäste im Hohenheimer Schlosskeller, musikalisch untermalt von einem gemeinsamen Auftritt der Asperger Kammersolisten und Bruno Kliegl, der auf einer Glasharmonika spielte. Bei seinem Auftritt hatte wiederum die Chemie ihre Hand im Spiel: So funktioniert das ausgefallene Instrument nur mit Leitungswasser. Da selbiges in Hohenheim allerdings zu weich war, halfen Schüler des Instituts Dr. Flad kurzerhand mit Calciumsalz nach.

Ob der Erfolg der 13. Stuttgarter Chemietage an der Aktualität der Themen oder an der Popularität der Referenten lag, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Tatsache ist, dass das geschlossene Programmkonzept, hochkarätige Referenten und die Mischung aus Theorie und Praxis-Workshops die Stuttgarter Chemietage für berufstätige Ehemalige, Forschende, Lehrer und Schüler gleichermaßen interessant machen.

» zur ausführlichen Dokumentation der 13. Stuttgarter Chemietage mit Vortragsfolien und Bildern