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Meike Fleig (Haslach) BOGY-Praktikum am Institut Dr. Flad 7. - 11. April 2003
Persönliche Eignung, Neigung und Erfahrung bei der Suche nach der Erkundungsstelle: Anfangs wusste ich nicht genau, für welche Berufsrichtung ich mich entscheiden sollte, denn ich hatte noch keine genaue Vorstellung. Doch durch mein Interesse für Naturwissenschaften kam ich zu dem Entschluss, dass ich eine BOGY - Stelle suchen musste, die damit etwas zu tun haben würde.
Persönliche Schlussfolgerung: Mir hat diese Woche am Institut Dr. Flad sehr viel Spaß gemacht und es war auch sehr interessant. Eine weitere BOGY-Schülerin übernachtete mit mir für diese Woche im Wohnheim des Instituts, in dem uns ein eigenes Zimmer kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. (» Anmerkung zur Unterbringung) Ich habe jede Menge über das Berufsfeld erfahren, und da sowieso meine Interessen in dieser Richtung liegen, könnte ich mir gut vorstellen, meine Berufswahl in diese Richtung zu lenken.
Montag, 07.04.2003
Als wir sechs BOGY - Schüler/innen an diesem Morgen um 9 Uhr im Institut Dr. Flad eintrafen, wurden wir von Frau Frey begrüßt. Wir wurden auch gleich von Frau Pfiz durch das gesamte Schulgebäude geführt. Nach der Führung wurden wir erst einmal eingekleidet. Jeder erhielt eine Schutzbrille, einen weißen Labormantel und ein eigenes Schließfach.
Jetzt sind wir gleich mit Frau Frey ins Labor. Unser heutiges Thema lautete Quantitative Analyse (Wie viel ist in einer Lösung von einem Stoff enthalten?). Sie zeigte uns, wie man bei einer Kalibrierung vorgeht, das heißt, wie man eine Vollpipette auf einen Messkolben abstimmt.
Für unsere heutigen Versuche mussten wir eine Natronlauge-Maßlösung einstellen. Dazu wird Natriumhydroxid in destilliertem Wasser gelöst. Mit dieser Lösung wird eine Kaliumbiphthalat-Lösung titriert, bis Phenolphthalein von farblos nach rosa umschlägt.
Im nächsten Versuch ging es um den Essigsäuregehalt in Essig. Dazu nahmen wir 10 ml eines gewöhnlichen Essigs, hinzu kamen destilliertes Wasser, drei Tropfen Phenolphthaleinlösung und Natronlauge - Maßlösung. Dieses wurde titriert bis zum Farbumschlag von farblos bis schwach rosa. Ich bekam heraus, dass der Essig 5,1% Essigsäuregehalt hatte.
In unserem letzten Versuch ging es um die Gesamthärte eines Wassers. Wir nahmen 50ml Leitungswasser, dieses wurde mit destilliertem Wasser verdünnt. Dazu kamen eine Indikatorpuffertablette und konzentrierter Ammoniak. Dieses wurde mit Titriplex III - Lösung titriert bis zum Farbumschlag von rot nach grün. Meine Wasserprobe enthielt zu dieser Zeit 33,98 °d.
Zum Schluss mussten wir unsere gesamten Geräte spülen und unseren Arbeitplatz aufräumen, denn die Schüler am Institut werden auch nach ihrem Arbeitsplatz bewertet.
Dienstag, 08.04.2003
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Heute trafen wir uns zusammen mit Herrn Ruf, um die Theorie über das heutige Thema Qualitative Analyse (Was ist in diesem Stoff enthalten?) zu besprechen.
Bei der Qualitativen Analyse will man Ionen über chemische Reaktionen erkennen, dabei untersucht man die Kationen und die Anionen.
Nach der Theorie und dem Experimentieren mit bekannten Stoffen gab Frau Kiesswetter uns einen unbekannten Feststoff und wir mussten diesen darauf prüfen, welche Kationen und welche Anionen er enthielt. Ich bekam heraus, dass sie mir Ammoniumchlorid gegeben hatte.
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Mittwoch, 09.04.2003
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Heute durften wir Aspirin herstellen. Dazwischen stand noch ein Gespräch mit dem Schulleiter Herrn Flad auf dem Programm. Zuerst lernten wir von Frau Frey etwas über die Geschichte des Aspirins.
Danach gingen wir ins Rektorat und trafen auf Herrn Dr. Flad. Bei Saft und Schneckennudeln durften wir ihm alle möglichen Fragen über das Institut stellen, die er uns ausführlich beantwortete und erklärte.
Jetzt ging es mit Frau Waltenberger im Labor weiter. Der Wirkstoff im Aspirin ist Acetylsalicylsäure. Den hieß es nun herzustellen. Dazu musste eine nicht ganz einfache Apparatur aufgebaut werden.
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Donnerstag, 10.04.2003
Das Hauptthema der letzten beiden Tage war Instrumentelle Analytik. Da diese auf physikalischem Hintergrund beruht, gingen wir ins Physikalisch-chemische Labor.
Die Instrumentelle Analytik wird in vier Hauptgebiete unterteilt: optische Messungen, elektrische Messungen, chromatographische Messungen und akustische Messungen. Heute behandelten wir aus der Optik die Photometrie mit Frau Wendling, die uns auch etwas Theorie als Einstieg beibrachte. Danach machten wir verschiedene Versuche: Qualitativer Vergleich und auch Quantitative Bestimmung von drei verschiedenen Lösungen mit einem Photometer.
Zum Schluss bekamen wir eine uns unbekannte Analyse und mussten die Konzentration in mg/l herausbekommen.
Da wir noch ein wenig Zeit hatten durften wir uns jetzt im Galeniklabor bei den PTAs eine Handcreme selbst herstellen. Dazu bekamen wir 30g Hydrophil - Salbe (Grundstoff einer Salbe) in diese kamen dann ein paar Tropfen Duftöl, ich entschied mich für den Duft "Grüner Apfel". Dies wurde in einer Schale vermischt und in eine Tube eingefüllt. |
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Freitag, 11.04.2003
Heute morgen durften wir einmal eine Unterrichtsstunde der Schüler aus dem 1. Ausbildungsjahr mitverfolgen. Mit Frau Pfiz wurde die Theorie besprochen, wozu die Schüler dann selbstständig ein Praktikum durchführen mussten.
Unser heutiges Thema war wieder aus der Instrumentellen Analytik: die Elektrochemie. Dazu gab es zwei Unterthemen, einmal die Konduktometrie: Dabei wird die Leitfähigkeit einer Lösung festgestellt. Wir titrierten im Versuch Phosphorsäure mit Natronlauge.
Das zweite Unterthema war die Potentiometrie: Dabei wird der pH-Wert einer Lösung mit einer Versuchsapparatur festgestellt.
Jetzt durften wir noch einmal unser fertiges Aspirin anschauen, den anderen Schülern ein bisschen zuschauen und noch ein paar Fotos machen. Gegen 16Uhr gaben wir unsere Labormäntel und unsere Schutzbrillen ab. Wir verabschiedeten und bedankten uns und bekamen von Frau Frey eine Urkunde über die BOGY-Woche und noch ein paar kleine Andenken.

Profil des Berufsfeldes:
Voraussetzung / Qualifikation: Für die Ausbildung am Institut Dr. Flad ist die Mittlere Reife, die Fachschulreife oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss, noch besser das Abitur vorzuweisen. Der Unterricht setzt den allgemein bis zur Mittleren Reife durchgenommenen Stoff voraus. Keine speziellen Kenntnisse sind erforderlich. Ansonsten wird natürlich das Interesse an Chemie, viel Fleiß und Arbeitswille vorausgesetzt.
Ausbildung: Man kann sich zum Chemisch-technischen Assistenten (CTA) oder zum Umwelttechnischen Assistenten (UTA) ausbilden lassen. Das erste Ausbildungsjahr ist bei CTA und UTA identisch. Erst ab dem dritten Semester entscheidet man sich, welchen Weg man einschlägt. Außerdem besteht auch die Möglichkeit, zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) ausgebildet zu werden.
Aufstiegsmöglichkeiten: Nach dem Examen können die Schüler folgende Wege einschlagen:
- Gleich einen Beruf ausüben.
- Man kann in ganz unterschiedlich ausgerichtete Labors gehen.
- Sich selbstständig machen, einen eigenen Betrieb eröffnen.
- Auf die Fachhochschule wechseln.
- Vollstudium als Chemiker beginnen, doch hierzu ist das Abitur erforderlich.
- Verschiedene Fortbildungen und Kurse.
- Chemiker sind gefragt, denn im Moment herrscht Personalnotstand!!
Die Bezahlung für CTAs hängt zwar vom Arbeitsgeber ab, doch man kann sagen, dass CTAs ein durchschnittliches Anfangsmonatsgehalt von 2.000 Euro haben. Entscheidend ist aber, was man nach 5 oder 10 Jahren verdient. Dies ist sehr verschieden liegt aber in der Regel bei 45.000 bis 55.000 und mehr Euro.
Angrenzende Berufsfelder: Es sind Lebensmittelforscher / Lebensmittelchemiker, Biochemiker und viele mehr in allen naturwissenschaftlichen und technischen Berufen.
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