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Erinnerungen des Seniors Dr. Manfred Flad
Ich hatte kurz zuvor in der Breitscheidstraße 127 in einem früheren Fabrikgebäude einen Saal mit ca. 100 m2 gemietet, der leer stand und nicht sehr einladend aussah. In Windeseile wurde zum größten Teil mit bereits angemeldeten Schülern, die zuvor handwerkliche Berufe ausgeübt hatten, gemauert, gegipst, gestrichen und Tische und Bänke aufgestellt. Dies machte dann am 1. Oktober einen recht ordentlichen Eindruck. Die Presse hatte im September über die Eröffnung eines Chemischen Institutes zur Ausbildung von Chemotechnikerinnen und Chemotechnikern berichtet, worauf sich 15 junge Damen und 15 nicht mehr so junge Herren - teilweise noch Spätheimkehrer des zweiten Weltkrieges - meldeten. Der Hörsaal war mit zweimal 15 Sitzplätzen ausgestattet worden, damals saßen Damen und Herren noch getrennt und ich sehe sie heute noch alle vor mir, wie sie sich von ihren Plätzen erhoben, als ich zum ersten Mal den Hörsaal betrat. Schüler und Dozenten begannen mit großer Begeisterung, die auch später nicht nachließ. Der gesamte Lehrgang 1 bestand dann auch die Abschlussprüfung und alle fanden sofort einen Arbeitsplatz.
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