| Prof. Dr. Herbert W. Roesky:
Die wissenschaftlichen Aktivitäten sind in über 650 Publikationen zusammengefaßt und erstrecken sich von der Nichtmetall-Chemie über die Organometall- zur Feststoff-Chemie.
Dazu sind neue synthetische Methoden entwickelt worden, um die Hauptgruppen-Elemente mit Übergangsmetallen zu kombinieren.
Pionierarbeiten wurden auf dem Gebiet der Metallophosphazene geleistet. Diese Verbindungen enthalten die Elemente Vanadium, Niob, Molybdän, Wolfram und Rhenium. Es sind die Edukte für metallhaltige Polymere.
Ebenfalls in den 80er Jahren wurden Synthesen für metallhaltige Schwefel-Stickstoff-Verbindungen entwickelt. Neuere Arbeiten beschäftigen sich mit Modellsystemen für lösliche Mineralien. Ausgangsverbindungen sind die Silantriole, die eine umfangreiche Synthesechemie erlauben und mit geeigneten Metallen zu neuen Katalysatoren führen.
Darüber hinaus wurde mit den Organometallfluoriden ein neues Kapitel der metallorganischen Chemie aufgeschlagen. Es zeigt sich, daß diese Verbindungen interessante Reagenzien und Katalysatoren sind, die ein breites Anwendungsfeld haben.
'Chemie en miniature' ermöglicht Experimente im umweltverträglichen Kleinstformat und bringt dadurch selbst solche Versuche in den Hörsaal, die dort bisher kaum durchführbar waren.
Herbert W. Roesky (Jahrgang 1935)
Studium und Promotion in Göttingen, 1965 bei der Firma Dupont, USA, Postdoktorand, 1967 Habilitation.
1971 bis 1980 Professor für Anorganische Chemie an J.-W.-Goethe-Universität, Frankfurt a.M.
1980 Direktor am Institut für Anorganische Chemie der Georg-August-Universität Göttingen.
Gastprofessuren:
1984 Auburn,
1987 Tokyo Institute of Technology, Japan
1995 University of Iowa, USA, University of Texas at Austin, USA, und A & M University College Station, Texas, USA,
1990 Ehrenprofessur der Nankai-Universität Tienjin.
Ehrendoktorwürden:
1992 Universitat Bielefeld, 1994 Universität Brno, Tschechische Republik,
1995 Universität Bukarest, Rumänien.
Zahlreiche Preise für wissenschaftliche Arbeiten, u.a. Französischer Alexander-von-Humboldt-Preis, Leibniz-Preis, Alfred-Stock-Gedächtnispreis und Literaturpreis des
Fond der Chemischen Industrie.
Mitgliedschaften: Akademie der Naturforscher Leopoldina und Mitglied des Senat; Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Österreichische Akademie der Wissenschaften.
Zur großen Zahl der ehrenamtlichen Tätigkeiten gehören Vizepräsident der GDCh 1995 und Mitglied des Kuratoriums des Fonds der chemischen Industrie.
Herausgeber von 12 Journalen.
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