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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie, Biotechnologie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Geburtstagsständchen mit bezaubernden Flötentönen

Das Carredas-Quartett interpretierte virtuose Kammermusik

Abwechslungsreiche Kammermusik bekannter und teilweise weniger geläufiger Komponisten bot das Konzert zum Institutsgeburtstag am 1. Oktober im gut besetzten Hörsaal. Die Gattung des Quartetts für Flöte und Streicher entspringt einer französischen Invention des 18. Jahrhunderts, wo sich das damals so genannte "Quatuor d’ airs dialogués" recht großer Beliebtheit erfreute. Es diente meist der geselligen Unterhaltung und verarbeitete populäre Melodien, vornehmlich aus aktuell gespielten Opern, die auch dem Publikum vertraut waren.

Das Carredas Quartett im Institut Dr. Flad

Wolfgang Amadeus Mozart kam auf seiner Paris-Reise im Jahr 1778 mit derartiger Musik in Berührung und verwandte diese Vorgehensweise, als er 1787 für den befreundeten Nikolaus Joseph von Jacquin - nota bene: Professor für Chemie und Botanik an der Universität Wien - und dessen Familie etwas zur sommerlichen Unterhaltung beisteuern sollte.

Das so entstandene Flötenquartett in A-Dur KV 298 hat so einige Kuriositäten aufzuweisen, die nicht nur in den als Quelle der Inspiration dienenden Melodien gängiger italienischer Opern begründet liegen. Dessen französischen Hauch brachte das Carredas-Quartett, bestehend aus Nathanaël Carré (Flöte), Evgeny Popov (Violine), Robin Porta (Viola) und Jan Pas (Violoncello) glänzend zur Geltung, vor allem im Trio des zweiten Satzes mit seinen die Gesangspraxis der Koloratur imitierenden Fiorituren.

Das Carredas Quartett im Institut Dr. Flad

Mit Johann Joachim Quantz, Flötenlehrer des "Alten Fritzen" und graue Eminenz des preußischen Musiklebens, wurde ein heute fast vergessener Virtuose und Tondichter aufs Podium gehoben. Sein Quartett in D-Dur QV 4:8 Nr. 1 offenbarte fabelhafte Klangkunst, mit viel Esprit dargeboten, Kaskaden des Wohlklangs ausgießend, sei es in langgezogenen Seufzern des langsamen Satzes, sei es in fabelhaft sprudelnden Kadenzen der Flöte im Allegro, welche einem unweigerlich das "Flötenkonzert von Sanssouci" in der Bildsprache Adolph von Menzels vor Augen kommen ließen.

Ganz dem galanten Stil verpflichtet war François Deviennes Quatuor in C-Dur op. 66 Nr. 3, ausdrucksstark und mit Verve musiziert, einschließlich Soloparts für jedes der Instrumente mit im Schlusssatz atemberaubenden, prachtvollen, reich garnierten Läufen.

Das Carredas Quartett im Institut Dr. Flad

Bernhard Heinrich Romberg ist heutzutage am ehesten Cellisten, die nach seiner Schule studieren, ein Begriff, ansonsten nur belesenen Musikfreunden als Mitglied eines Streichquartetts um Ludwig van Beethoven. Seine selten gespielten Werke legen, wie auch das Divertimento op. 40, Zeugnis ab über die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten an den Grenzen des klassischen Stils.

Die gediegene Interpretation, mit Sinn für das Theatralische, huldigte einer Vielzahl gelungener Einfälle, die erfrischend zu Gehör kamen und so selten zu erlebende Kostbarkeiten offenbarte.

Nach kräftigem Applaus, der auch die Zugewandtheit und Begeisterung der Schüler des Instituts dokumentierte, zierte ein großer Name den Schluss des musikalischen Nachmittags: Christoph Willibald Gluck, aus dessen Reformoper "Orpheus und Eurydike" ein ergreifendes Rondo erklang, das das Institut Dr. Flad in das 68. Jahr seines Bestehens geleiten sollte.

Martin R. Handschuh

Das Carredas Quartett im Institut Dr. Flad

 

Das Konzert-Programm am 1. Oktober 2018

Wolfgang Amadeus Mozart - Quartett in A-Dur K.298
  1. Thema und Variationen
  2. Menuetto - Trio
  3. Rondieaux
Johann Joachim Quantz - Quartett in D-Dur QV 4:8 Nr. 1
  1. Vivace
  2. Largo
  3. Allegro
François Devienne - Quatuor in C-Dur Op. 66 Nr. 3
  1. Allegro Risoluto
  2. Adagio
  3. Rondo, Allegretto
Bernhard Heinrich Romberg - Divertimento Op. 40

 

Das Carredas Quartett im Institut Dr. Flad