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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Vom CHF zur Wallstreet: Für Christof Spaeth war die Chemieausbildung Sprungbrett in die Welt der Finanzen

erschienen im Benzolring 2/1990

Christof Spaeth Hundertfach festgestellt, hundertfach bewiesen: Die Ausbildung als Chemisch-technischer Assistent bzw. Chemisch-technische Assistentin bietet vielfältige Berufsmöglichkeiten: Unsere Artikelserie über die Laufbahn ehemaliger Flad-Schüler legt ein beredtes Zeugnis dafür ab. Die unterschiedlichsten Tätigkeiten tauchen da auf, manchmal auf den ersten Blick vom ursprünglichen Beruf meilenweit entfernt. Auch die Richtung, die Christof Spaeth vom Lehrgang 24 eingeschlagen hat, kann nicht gerade als typisch für einen Chemisch-technischen Assistenten bezeichnet werden, und doch hat ihn diese Ausbildung auf seinen jetzigen Weg geführt.

Der Kontakt zur Stätte seiner Ausbildung ist nie ganz abgerissen. Erst im Juni dieses Jahres machte Christof Spaeth wieder einmal einen Besuch in der Breitscheidstraße. Und seiner Initiative ist es zu verdanken, daß in den USA der Abschluß am Chemischen Institut Dr. Flad als Bachelor of Science anerkannt wird.

Aber der Reihe nach. Als er sein CTA-Diplom in der Tasche hatte, trat Christof Spaeth eine Stelle bei der Kühlerfabrik Behr in Stuttgart an. Sein Aufgabengebiet umfaßte die Entwicklung und Einführung neuer Verfahren der Metalloberflächenbehandlung sowie Korrosionsuntersuchungen.

Daß dies seine einzige Begegnung mit der Chemiepraxis bleiben sollte, wußte er damals noch nicht. Die große Veränderung seines Lebens kam 1978. Er erhielt über die Carl Duisberg-Gesellschaft ein Stipendium an der University of Evansville in Indiana/USA. Nach einem einsemestrigen Marketingstudium, das er seit 1983 durch ein Abendstudium an der New York University mit dem Schwerpunkt Strategisches Management und Marketing ergänzte, arbeitete er ein Jahr als Trainee bei der US-Niederlassung der Farbwerke Hoechst in New Jersey. Hier wurde er mit den verschiedenen Marketing- und Verkaufsmethoden in der Chemikalien- und Pharmaabteilung und in den letzten Monaten mit Aufgaben in der Unternehmensplanung betraut.

1979 bewarb sich Christof Spaeth bei der Chemical Bank in New York und wechselte in das Finanzwesen über. Wie der Name der Bank schon aussagt, blieb die Chemie trotzdem im Spiel, wenn auch auf eine ganz neue Art. Nachdem er dort das Management-Training-Programm durchlaufen hatte, ging es zurück nach Deutschland: Er kam für anderthalb Jahre in die Filiale der Chemical Bank in Frankfurt am Main. Dort erstellte er Industriestudien und Bilanzanalysen, die sich von der Schifffahrt bis zu den großen deutschen Chemiekonzernen erstreckten.

Wieder im Hauptquartier der Bank in New York, arbeitete er zunächst zwei Jahre in der Zentralen Internationalen Kreditabteilung. Er hatte Problemkredite (Konkurse) wahrzunehmen und Länderrisiken zu beurteilen - eine mit Verantwortung beladene Aufgabe.
Der nächste Schritt in Christof Spaeths Karriere führte in die EDV-Abteilung der Chemical Bank, wo er weltweite Geld- und Devisen- sowie MIS-Systeme entwickelte. Danach wurde er Kundenbetreuer für mittelständische Unternehmen, mit denen er Kreditverträge auszuhandeln hatte. Der Kundenkreis umfaßte Einzelhandelsketten, Großbauunternehmen sowie Chemikalien- und High Tech-Produzenten etc. Eine große Aufgabe übernahm er mit der Finanzierung von Firmenzusammenschlüssen in der Medien-Industrie (Radio, Fernsehen, Zeitungen usw.).

Zur Zeit beschäftigt sich Christof Spaeth wieder mit dem Mittelstand. Er wirbt für die Chemical Bank um neue Kunden (Firmen) im Stadtteil Queens, dem New Yorker Industriegebiet, und entwickelt Marketingpläne. Die Arbeit erfordert ganzen Einsatz, denn zwischen den Banken herrscht ein starker Wettbewerb. Sein langfristiges Ziel ist die Unternehmensberatung mit den Schwerpunkten Strategisches Management und Organisation.

Nochmals zum Nutzen der CTA-Ausbildung für seine heutige Tätigkeit als erfolgreicher Banker befragt, meint Christof Spaeth: "Die Ausbildung im Chemischen Institut Dr. Flad bildete die Grundlage für analytisches Denken, das im Finanz- und Planungswesen von großer Bedeutung ist. Außerdem waren mir meine naturwissenschaftlichen Kenntnisse eine große Hilfe bei meinen vielfältigen Aufgaben im Umgang mit entsprechenden Unternehmen."

 

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