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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Medizinische Forschung an Membranrezeptoren:
Steffen Schüßler, Lehrgang 49

Mai 2007

Es waren lehrreiche und interessante Jahre, die ich am Institut Dr. Flad verbracht habe. Die Ausbildung war wirklich exquisit, und das Angebot an Zusatzveranstaltungen sucht seinesgleichen. Das lernt man aber oft erst nach dem Einstieg ins Berufsleben zu schätzen.

Nachdem ich vier Jahre lang in einem biochemischen Labor gearbeitet habe, fasste ich den Entschluss, doch noch ein Studium zu beginnen: Biologie. Hier beschäftigte ich mich speziell mit "GPCR", das sind G-Protein gekoppelte Membranrezeptoren, die für wichtige Sinnes-Wahrnehmungen verantwortlich sind wie Riechen, Schmecken, Sehen oder auch den hormonellen Stoffwechsel.

In einem Zellkulturlabor stelle ich mit einem Flip-In-System mittels PCR Punktmutationen an B2- und B1-Rezeptoren her. Diese können in einer Zelllinie im Genom eingebaut werden. Mit Hilfe verschiedener Operationen kann man dann im Endeffekt Aminosäuren bestimmte Funktionen zuweisen wie: Ligandenbindung, Transport in die Zelle, Aktivierung der Signalkaskade.

Dies ist für die medizinische Forschung und Arzneimittelherstellung von großer Bedeutung. Ein gutes Beispiel dafür ist Produkt Icatibant, das mit großem Erfolg bei Leberschäden eingesetzt wird und mit dessen Herstellerfirma ich und mein Arbeitgeber in Kooperation arbeiten. Bei einer Schädigung der Leber wird Bradykinin freigesetzt, das zu einer Dauerstimulation am B2-Rezeptor bzw. zur Zellkontraktion und damit zur berühmten "Wasserleber" führt. Icatibant verhindert nun die Bindung von Bradykinin. Die Leber bleibt geschlossen.

Ich kann jedem nur empfehlen, erst eine Weile als CTA zu arbeiten und dann auf Halbtagsjob mit Studium umzusteigen. Man lernt wesentlich mehr bei der Arbeit als in den Praktika. Außerdem: Wer am Institut Dr. Flad gut ist, kann ohne Probleme auch ein Studium beginnen.

Steffen Schüßler, LG 49

 

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