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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Associate Professor of Chemistry an der University of Southern California: Ralf Haiges, Lehrgang 39

Ralf Haiges, LG 39 Ralf Haiges ist Associate Professor of Chemistry an der University of Southern California (USC) in Los Angeles, USA mit Expertise auf den Gebieten Anorganische Fluorchemie, Hochenergetische Verbindungen, Polystickstoff Chemie und Röntgenkristallstrukturanalyse. Daneben ist er Vice-Chair der Division of Fluorine Chemistry der American Chemical Society (ACS). Nach einem Realschulabschluss im Jahre 1988 wurde Ralf Haiges ein Fladianer (LG 39). Durch die Vorlesungen von Flad Senior am CHF entdeckte er seine Vorliebe für Anorganische Chemie und energiereiche Verbindungen und Gemische. "Ich erinnere noch immer sehr lebhaft an eine Vorlesung in der Flad Senior sehr detailreich ein Experiment von Chemikern mit Kaliumchlorat und rotem Phosphor in einem Bierzelt auf dem Cannstatter Wasen erläuterte."

Ralf Haiges in 'typischer Arbeitskleidung'. Im Hintergrund sind Vakuumapparaturen aus Glas und Edelstahl zu sehen.
Ralf Haiges in "typischer Arbeitskleidung". Im Hintergrund sind Vakuumapparaturen aus Glas und Edelstahl zu sehen.

Nach dem CTA Abschluss arbeitete Ralf Haiges am Bekleidungsphysiologischen Institut der Hohensteiner Institute und war dort hauptsächlich für die Analyse von Luft- und Wasserproben von Chemisch Reinigungen mittels GC/MS zuständig. Nach dem Besuch des einjährigen Berufskollegs am Beruflichen Schulzentrum in Bietigheim-Bissingen erwarb er die Fachhochschulreife und entschied sich zu studieren. Er schrieb sich 1992 an der Bergische Universität Wuppertal ein, welche zu dieser Zeit noch eine Gesamthochschule war. Nach dem Belegen von sogenannten fortbildenden Brückenkursen während des Grundstudiums erhielt er mit dem Vordiplom die Hochschulreife. Im Jahre 1996 erwarb er das Diplom und promovierte im Jahre 2000 in der Anorganischen Chemie im Arbeitskreis von Prof. Reint Eujen an der Uni Wuppertal mit seiner Arbeit "Difluorcarben-Reaktionen der Bis(trifluormethyl)cadmiums: Synthese von partiell fluorierten organischen Verbindungen". Anschließend zog es Ralf Haiges in die USA. Wegen seines Interesses für Hochenergetischen Verbindungen (High Energy Density Materials, HEDM) und Fluorchemie wechselte zu Prof. Karl Christe an die University of Southern California in Los Angeles, Kalifornien. Er arbeitet dort mit hochreaktiven Verbindungen wie elementarem Fluor, reinem Ozon, wasserfreiem Fluorwasserstoff, Chlortri- und Chlorpentafluorid und binäre Polyazide. Seit 2010 ist er Professor und hat einen eigenen Arbeitskreis. Hauptgegenstand seiner Forschungsarbeiten sind "Green Energetic Materials" (umweltfreundliche energetische Verbindungen) und "High-Oxygen Carriers" (überoxidierte Verbindungen). Letztere spielen momentan eine ganz besonders wichtig Rolle. Da der Treibstoff von militärischen und konventionellen Feststoffraketen (z.B. die Booster von Space Shuttle oder Ariane 5) zu einem großen Teil aus Ammoniumperchlorat besteht, werden bei einem Raketenstart große Mengen an Chlorwasserstoff erzeugt. Beispielsweise entließ ein einziger Start des Space Shuttles etwa 250 Tonnen an HCl in die Atmosphäre. Daneben ist Ammoniumperchlorat sehr ungesund und gefährlich für die Umwelt. Alle großen Raumfahrtorganisationen wie NASA und ESA, Regierungen und das Militär sind daher sehr an Verbindungen interessiert welche große Mengen an Sauerstoff enthalten, sowie ungiftig und ungefährlich für die Umwelt sind.

 

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