Institut Dr. Flad - Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt - CTA, UTA, PTA

 
 
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Forschungsauftrag in Barbados: Sabine Winter arbeitet in der Mikropaläontologie
erschienen im Benzolring 2/1985

Sage einer, für CTAs gäbe es keine interessanten Arbeitsplätze! Erreichte doch Mitte April ein Brief das Chemische Institut Dr. Flad, dessen exotisches Kuvert gleich auf einen fernen Absender hinwies. Er kam von Barbados, und Sabine Winter (Lehrgang 31) hatte ihn geschrieben. Sie arbeitet für das Mikropaläontologische Institut der Universität Tübingen; ihr Chef, Professor Dr. Christoph Hemleben, forscht an Foraminiferen und schickte sie für fünf Monate ins Meeresbiologische Forschungsinstitut der McGill University in St. James auf Barbados, um bestimmte Arbeiten für ihn durchzuführen, die in Tübingen nicht möglich sind.

Sie wissen nicht, was Foraminiferen sind? Macht nichts, wir wußten es auch nicht, bevor Sabine Winters Brief kam. Lesen wir, was sie schreibt: "Foraminiferen sind Einzeller mit einem Gehäuse aus Calciumcarbonat (Kalk) und leben als Plankton im Meer. Sie bauen in ihr Calcitgehäuse Sauerstoff- und Kohlenstoffisotope im gleichen Verhältnis zum Gleichgewicht des Seewassers. Sie sind gesteinsbildend und wichtige Leitfossilien für bestimmte Zeitalter. Mein Chef ist Paläontologe, das heißt, er beschäftigt sich mit Fossilien. Untersucht er fossile Gehäuse von Foraminiferen auf die Isotopenverhältnisse, kann er bestimmen, welches Verhältnis damals im Wasser herrschte. Da dies temperaturabhängig ist, wird so versucht, das Klima eines Erdzeitalters zu rekonstruieren. Da das ganze aber nicht so einfach ist, wie ich es dargestellt habe, denn verschiedene andere Faktoren beeinflussen den Vorgang, wird hier auf Barbados in einem von Amerikanern und uns gemeinsam betriebenen Forschungsprojekt an rezenten (in der Gegenwart lebenden) Foraminiferen experimentell versucht, welche Faktoren wie und in welchem Maß beeinflussend wirken. Man kann das in Tübingen nicht machen, weil erstens der Transport nicht gelingen würde und zweitens diese Tiere nur einen Monat leben; man muß also ständig neue aus dem Meer holen."

Nach ihrem Abschluß wurde die Arbeit von Manfred Kage, dessen Institut für wissenschaftliche Fotografie und Kinematografie Weltruf hat, auch fotografisch festgehalten. So trafen unvermutet auf einer Antilleninsel eine Flad-Schülerin des Lehrgangs 31 und ein Flad-Schüler des Lehrgangs 3 zusammen. Inzwischen ist Sabine Winter nach Hause zurückgekehrt und arbeitet wieder an ihrem Transmissions-Elektronenmikroskop (TEM), vorläufig auch noch mit Foraminiferen.

Das Bild zeigt eine Siesta im Schatten. Barbados, die östlichste Insel der Kleinen Antillen, bietet zwar nicht viel Abwechslung, aber Sabine Winter genießt die Wärme, die schönen weiten Sandstrände -und das Meer. Der zutrauliche "Green monkey" untersucht, ob vielleicht ein Leckerbissen für ihn abfällt.

 
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