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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

CTA-Karriere an Harvard: Seit sechs Jahren in der medizinischen Grundlagenforschung

erschienen im Benzolring 3/1991

Fladianer gibt es überall!
Nachtrag im Mai 2003: Fladianer aus Oslo und den USA treffen sich in in New Hampshire/USA

Ruth Kaucher schrieb in einer E-Mail an das Institut Dr. Flad:

"Es sind schon einige Jahre verflogen seit meinem letzten Kontakt mit Ihrer Schule. Hier ist eine kurze Synopse was mein Leben angeht:

Beruflich: Ich arbeite seit 11 Jahren für Applied Biosystems und bin jetzt im Biotechnischen Außenverkauf tätig für DNA-Sequencers and Real-Time PCR Technology. Ich habe seit 4 Jahren mit Whitehead Institute gearbeitet - dem größten Human Genome Institute, welches 33% des Human Genome sequenziert hat. Meine Hauptkunden sind MIT, Whitehad, Biotech Companies in Cambridge, Boston University und Dartmouth Medical School. Ein sehr interessantes Gebiet mit ständigem Wandel.

größer Aufregend war es, dass ich Dr. Peter Ruoff (Oslo) vom LG 20 in Dartmouth, New Hampshire während seinem Sabbatical kennengelernt habe. Ich habe Ihm real-time PCR technology erklärt und wie es ihm in Oslo in seiner Forschung weiterhelfen kann. Eine internationale Reunion im wahrsten Sinne des Wortes. Wir werden uns diesen Monat nochmals treffen und Ihnen eine gemeinsame Nachricht schicken."

Lesen Sie dazu im Benzolring online: Fladianer-Treffen im Wissenschaftlichen Mekka der USA: Ruth Kaucher (LG 34) und Peter Ruoff (LG 20)

 

Ruth Kaucher (geb. Steinbrich), Flad-Schülerin des Lehrgangs 34 - über sie wurde im Benzolring schon mehrmals berichtet, denn sie hat zweifellos einen überaus interessanten Werdegang hinter sich.

Nachdem sie 1985 ihr Staatsexamen und die Internationale Abschlußprüfung erfolgreich bestanden hatte, bewarb sie sich auf eine Anfrage der State University of New York, die an das Chemische Institut Dr. Flad gerichtet war. Professorin Margolis suchte damals eine Assistentin im Bereich Neurochemie und Neurobiologie. So begann das Abenteuer USA, das Ruth Steinbrichs Leben - wie sie berichtet - grundlegend verändert hat.

Für zwei Jahre arbeitete sie in der pharmakologischen Forschung mit dem Ziel, die biologische Funktion und Struktur von komplexen Proteoglykanen und Glykoproteinen aufzuklären. Der berufliche Alltag wurde ihr bald zur Routine; umso aufregender war das Leben in einer Metropole wie New York. Es ist - schreibt sie - "eine Stadt mit vielen Gesichtern und Gegensätzen, denen man gnadenlos ausgesetzt ist und früher oder später damit konfrontiert wird: Wohnungseinbruch, Autodiebstahl, Visakomplikationen und Gerichtsverhandlungen. Soviel Streß und Aufregung das auch verursacht hat, habe ich viele Erfahrungen gesammelt. Nicht zuletzt habe ich dort meinen Mann kennengelernt, mit dem ich 1987 nach Boston/Massachusetts ging."

Im Januar 1988 begann Ruth Steinbrich dort am Dana Farber Cancer Institut, einem international bekannten Krebsforschungszentrum. Sie arbeitete drei Jahre lang in der immunologischen Grundlagenforschung, an Projekten für die Impfstoff- und Therapieentwicklung gegen AIDS und Leukämie.

Die Zusammenarbeit mit Dr. George Tarr, einem weltweit renommierten Proteinchemiker, stellte die Weichen bei ihr in diese Richtung. So vertiefte sie ihre Erfahrungen in der Proteinanalyse und -charakterisierung und lernte kreatives Forschungsdenken in sinnvoller Weise anzuwenden, um ein Projekt erfolgreich zu Ende zu führen. Im Januar 1991 beschlossen Dr. Tarr und Ruth Steinbrich, ein eigenes Labor zu gründen. Sie zogen ins Children's Hospital in Boston. In ihrem Brief an die Redaktion des Benzolrings berichtet sie: "In sieben Monaten harter Arbeit haben wir dort ein Musterlabor eingerichtet. In meiner Funktion als Laborleiterin bin ich zuständig für die Peptidsynthese, Proteinsequenzierung, Aminosäurenkompositionsbestimmung, Kapillar- und Gelelektrophorese, Antikörperproduktion und -charakterisierung und vieles mehr. Die meisten Geräte sind voll automatisiert und computerisiert für Datensammlung und -steuerung. Wir arbeiten in der Abteilung für Kardiologieforschung und unterstützen die Harvard-Wissenschaftler bei ihren Forschungsprojekten."

Auf einen Punkt weist Ruth Steinbrich besonders hin: "Obwohl es Assistenten in Deutschland ebenso wie in den USA schwieriger haben in leitende Positionen zu kommen, ist ein Doktortitel oder ein Vollstudium nicht der einzige Weg zum Aufstieg. Harvard Mediziner und Doktoranten bitten mich ständig um Rat und technische Unterstützung, was für meinen Stellenwert spricht und worauf ich, ehrlich gesagt, stolz bin.

Ich kann junge Leute nur ermutigen oder in ihrem Entschluß bestärken, sich für die CTA-Laufbahn zu entscheiden. Ich habe es bis heute nicht bereut." Auch 1992 will Ruth Steinbrich, wie schon 1991, wieder eine Chemisch-technische Assistentin aus Deutschland in ihr Labor holen, am liebsten eine Flad-Schülerin.

 

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