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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie, Biotechnologie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Wer nur die Chemie versteht, versteht auch die nicht recht...
Von der Chemie zu den Verpackungsprozessen der Pharmazie: Kerstin Eyrich, LG 55

Kerstin Eyrich, Lehrgang 55 Februar 2018

Nach meiner Ausbildung zur CTA am Institut Dr. Flad erhielt ich eine Anstellung in der Forschung & Entwicklung beim Pharma-Hersteller Sanofi Aventis, Frankfurt.

Ich habe relativ früh feststellen können, dass die Arbeit in der Großindustrie für mich zu einseitig und wenig erfüllend war. Ich begann zusätzlich zu meinen Forschungsarbeiten an einem Wirkstoff für die Laborleitung Analyseberichte zu erfassen und Arbeiten im biotechnologischen Bereich zu übernehmen.

Heute, knapp 10 Jahre später, bin ich bei meiner jetzigen Firma als Prokuristin und Betriebsleiterin mit Personalverantwortung für 110 Mitarbeiter tätig. Unsere Kunden kommen aus der gesamten EU auf uns zu, um ihre Produkte bei uns bearbeiten zu lassen. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Substitution von primären Packprozessen, die bei Herstellung von Pharmaprodukten anfallen und dort oftmals die Prozesse stören.

Wir suchen und entwickeln Möglichkeiten, um Arzneimittel vor Fälschungen zu schützen und Vernichtungskosten in der Pharmaindustrie zu reduzieren.
Hier bin ich ganz vorne mit dabei. Ich berate unsere Kunden über die Möglichkeit, die sie mit ihrem Produkt haben, ich plane mit unserer Produktionsleitung die Produktion, errechne Zeiten und Kosten für Projekte. Ich führe Lieferantenaudits durch, werde selbst von unseren Kunden auditiert. Es fehlt zwar manchmal die Chemie, ich fühle mich aber jeden Tag aufs Neue herausgefordert und nehme diese Herausforderungen gerne an.

Unser Unternehmen richtet sich am Arzneimittelgesetz sowie den Richtlinien des HACCP's (Hazard Analysis and Critical Control Points) aus.

Wir werden in regelmäßigen Abständen von der Regierung von Oberfranken inspiziert, ob wir nach den Standards der oben erwähnten Gesetze und Regularien arbeiten.

Heute sind wir Vorreiter in der Einhaltung der EU-Richtlinie 2011/62/EU, einer Verordnung, die das Fälschen von Arzneimitteln verhindern soll. Ab 2019 tritt diese hier in Deutschland in Kraft und verlangt von den Unternehmen, dass ausgewählte Arzneimittel über eine eigene, einzigartige Seriennummer verfügen. Diese muss in Datenbanken geführt und durch die Apotheken identifiziert werden. Ist eine Identifikation nicht möglich, wird das Arzneimittel nicht zum Verkauf freigegeben.

Auch wenn meine jetzige Tätigkeit mit Chemie in erster Linie weniger zu tun hat, hat die Ausbildung am CHF den Grundstein für meine jetzige Position gelegt. Die Vielseitigkeit, die während der Ausbildung verlangt wird, das genaue Dokumentieren, das "Wälzen von Problemen", die Teamarbeit, das zielorientierte und zielstrebige Arbeiten, das überlegte Handeln, sich auch einmal auf etwas für Stunden konzentrieren zu können... wer diese Dinge berücksichtigt, kann überall Erfolg haben.

Zu meinem Werdegang fällt mir auch immer wieder ein Satz von Georg Christoph Lichtenberg ein, den Schulleiter Wolfgang Flad gerne zitiert:
"Wer nur die Chemie versteht, versteht auch die nicht recht..."
Das kann ich nur bestätigen.

Kerstin Eyrich, LG 55
im Februar 2018

 

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